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Freising:Kreistag für rasche Messungen

Aktuelle Ultrafeinstaub-Belastung am Flughafen soll ermittelt werden

Die Zeit drängt. Am Flughafen im Erdinger Moos herrscht praktisch Nullbetrieb. Das wäre eine günstige Gelegenheit, dort die aktuelle Belastung mit Ultrafeinstaub zu ermitteln. Dann, so argumentiert Benno Zierer (Freie Wähler) zur Begründung seines Antrags an den Kreistag Freising, hätte man hervorragende Vergleichsdaten, wenn im Erdinger Moos irgendwann wieder normaler Flugbetrieb herrscht. Landrat Helmut Petz wird deshalb beauftragt zu prüfen, welche Messungen zur Ultrafeinstaub-Belastung während der flugarmen Phase zulässig und sinnvoll sind und diese zu veranlassen. Mit den zuständigen Organisationen soll Kontakt aufgenommen werden. Auf diesen Beschluss einigte sich der Kreistag.

Ziel der von Zierer beantragten Maßnahme soll sein, Werte zur aktuellen Belastung mit ultrafeinen Partikeln (UFP) zu erhalten, die einen Vergleich mit späteren Messwerten bei wieder steigenden Flugbewegungen zulassen. "Das ist eine einmalige Gelegenheit zum Messen des Nullfalls", untermauerte der Landtagsabgeordnete und Kreisrat der Freien Wähler seinen Antrag. Über dessen Dringlichkeit, die zuerst festgestellt werden musste, herrschte kein Zweifel. Diese Prozedur war notwendig geworden, weil der Antrag sehr kurzfristig gestellt worden war.

"Es besteht Eilbedarf", stellte Landtagsabgeordneter und Kreisrat Johannes Becher (Grüne) fest. Er findet jedoch, dass der Kreistag als solches das falsche Gremium für diesen Antrag sei. Seiner Meinung nach handelt es sich um ein Thema, für das der Freistaat zuständig ist. "Der Umweltminister müsste in die Pötte kommen", stellte Becher fest. Dieses Amt hat Zierers Kollege im Landtag, Thomas Glauber, inne. Zudem müsste der Landkreis über Messgeräte verfügen können, die dann bei einem entsprechenden Entgegenkommen der Flughafen München GmbH (FMG) auf deren Gelände installiert werden müssten. Das Landratsamt wird nun prüfen, ob der Landkreis überhaupt zuständig ist, welche Kosten entstehen könnten und welche Standorte für Messungen denn in Frage kommen könnten.

© SZ vom 22.05.2020

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