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Flughafen:Unterstützung bei Brustkrebs

Flughafenverein übernimmt Kosten für Brustwarzenrekonstruktionen

Von Brustkrebs betroffene Frauen, die eine Amputation hinter sich haben, können jetzt direkt beim Flughafenverein München einen Antrag zur Kostenübernahme stellen, das schreibt der Verein in einer Pressemitteilung: Er will die Kosten für drei Brustwarzenrekonstruktionen in Form eines 3D Tattoos für an Brustkrebs erkrankte Frauen übernehmen. Die Brustwarzenrekonstruktion führt demnach Andy Engel und seine Andy Engel BWK GmbH aus. Den Antrag können Interessierte an den Flughafenverein München, Postfach 23 17 55, 85326 München-Flughafen oder per E-Mail an info@flughafenverein.de senden.

Für Thomas Bihler, Vorsitzender des Flughafenvereins, ist die Aktion ein Herzensthema, wie es heißt: "Ein guter Freund hat seine Frau vor Jahren an Brustkrebs verloren", so wird Bihler in der Mitteilung zitiert. Das habe ihn mitgenommen und beschäftige ihn auch heute noch. Deshalb startet er mit dem Flughafenverein München und mit der Bayerischen Krebsgesellschaft und dem bekannten und renommierten Tätowierer Andy Engel diese Aktion für an Brustkrebs erkrankte Frauen. Brustwarzenrekonstruktionen in Form eines 3D-Tattoos würden von etwa 50 Prozent aller Krankenkassen übernommen. Die Hälfte aller Frauen müssten für die Kosten aber selbst aufkommen.

Mit der Aktion wolle der Flughafenverein München auch aufrütteln und aufmerksam machen: "Brustkrebsfrüherkennung, die Behandlung und auch die Nachsorge sind wichtige Themen, über die wir sprechen müssen", erklärt der Vorsitzende vom Flughafenverein.

Andy Engel, Tätowierer aus Kitzingen, setzt sich demnach bereits seit zwölf Jahren für die professionelle Rekonstruktion von Brustwarzen ein und habe mit Vorträgen in Kliniken, auf Ärztekongressen und Patiententagen Aufklärung zu diesem Thema geleistet. Engel hat demnach bereits mehr als tausend Frauen neue Brustwarzen tätowiert. Die Ergebnisse sähen täuschend echt aus. Die Aktion wird auch von der Bayerischen Krebsgesellschaft unterstützt. "Wir beraten in unseren 13 Psychosozialen Krebsberatungsstellen und diversen Außensprechstunden in Bayern viele Frauen nach der Diagnose Brustkrebs. Eine Rekonstruktion trägt dazu bei, sich wieder weiblich und wohler zu fühlen", teilt dazu Gabriele Brückner, Geschäftsführerin der Bayerischen Krebsgesellschaft, mit. Wenn Patientinnen aufgrund ihrer Krebserkrankung in finanzielle Not gerieten, könne die Bayerische Krebsgesellschaft über seinen Härtefonds auch finanzielle Unterstützung anbieten.

© SZ vom 19.10.2020 / sz

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