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Flughafen:Protest am Flughafen

Bodenpersonal demonstriert für Aufstockung des Kurzarbeitergelds

Am Münchner Flughafen haben am Freitag etwa 50 Mitarbeiter des Bodenpersonals dagegen demonstriert, dass ihr Kurzarbeitergeld nicht wie bei anderen Unternehmen vom Arbeitgeber aufgestockt wird. Wegen der Corona-Auflagen war die Zahl der Demonstranten beschränkt. Die Gewerkschaft Verdi hatte an mehreren deutschen Flughäfen zu Protestaktionen aufgerufen.

Mitarbeiter im Niedriglohnbereich sind besonders betroffen, da ein großer Teil ihres Lohns aus Zulagen besteht. "Nun aber bekommen Beschäftigte, die zum Beispiel vorher 1650 Euro netto hatten, jetzt nur noch 800 Euro netto", teilte Andreas Faltermaier, Verdi-Sprecher für die Flughafenregion mit. "Davon kann keine Familie leben." Verdi fordert einen Tarifvertrag Kurzarbeit mit Aufstockung auf 95 Prozent des Nettolohns. Der Arbeitgeberverband lehne das aber rigoros ab. "Die Menschen im Niedriglohnbereich werden von ihrem Arbeitgeber schlicht im Stich gelassen und in die Armut getrieben", heißt es weiter in der Pressemitteilung zur Demo: "Es braucht einen Rettungsschirm nicht nur für die Unternehmen, sondern auch für die Beschäftigten." Nach Angaben von Verdi arbeiten in Deutschland etwa 300 000 Menschen in der Luftverkehrsindustrie, rund 240 000 von ihnen befänden sich der Gewerkschaft zufolge derzeit in Kurzarbeit. Die Demonstranten forderten ein generelles Umdenken in der Branche. Es brauche "einen Luftverkehr, der nicht das Ziel hat für 19 Euro in die Welt zu fliegen, sondern der ökologisch und sozial ist". Gute Arbeits- und Sozialstandards müssten dafür zukünftig Bedingung sein.

© SZ vom 22.06.2020 / flo

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