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Flughafen:Messungen noch in diesem Jahr

An zwei Stellen soll am Airport Ultrafeinstaub erfasst werden

Noch in diesem Jahr sollen zwei Messstellen für ultrafeine Partikel (UFP) im Umfeld des Flughafens München eingerichtet werden. Das hat das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz auf Anfrage des Freisinger Grünen-Abgeordneten Johannes Becher bestätigt, wie dessen Büro am Freitag meldete. Bisher hatten die Regierungsfraktionen von CSU und Freien Wählern die Anträge der Grünen auf Einrichtung solcher Messstandorte am Flughafen abgelehnt. "Jetzt zeigt sich, dass der politische und öffentliche Druck von Grünen und dem Bürgerverein Freising zur Vermeidung von Lärm und Schadstoffbelastungen seine Wirkung entfaltet", so Becher.

Die konkreten Standorte würden derzeit noch ausgesucht, meldete der Abgeordnete weiter. Eine Messstation solle laut Auskunft des Ministeriums auf dem Gebiet der Stadt Freising, die andere südlich des Flughafens eingerichtet werden. Dabei könne es aber nicht bleiben, stattdessen müsse ein ganzes Messnetz rund um den Flughafen aufgebaut werden, fordert Becher. "Dabei darf das Flughafen-Gelände selbst nicht ausgespart werden, auf dem sich zum Beispiel die Flughafen-Kita "Airport Hopser" befindet. Die Belastung der betreuten Kinder sowie der Fachkräfte ist vermutlich unzumutbar hoch." Das müsse untersucht werden, um anschließend entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Als nächsten Schritt fordert Becher, an die Messungen konkrete Studien zur Wirkung der Partikel auf Mensch und Umwelt anzuschließen, um so die Risiken einschätzen und ihnen entgegenwirken zu können. Ziel müsse sein, endlich auch für diese Schadstoffe einen Grenzwert festzulegen, nach dem sich der Flughafen zu richten hat.

Auch der Bürgerverein Freising hat die Zusage von Umweltminister Thorsten Glauber, am Flughafen München schon bald Ultrafeinstaub zu messen, begrüßt. Endlich zeige man auf Regierungsseite Einsicht, dass dieses Monitoring eine unabdingbare Voraussetzung für konkrete Strategien zur Reduktion beziehungsweise Vermeidung von Ultrafeinstaub sei, heißt es in einer Mitteilung des Vereins dazu. Seit Jahren weise man darauf hin, dass andere Flughäfen beispielhaft vorangingen, wie etwa in Frankfurt, wo Verkehrsminister Tarek Al Wazir bestätigt habe, dass der Flughafen eine erhebliche Quelle von Ultrafeinstaub ist. Der Bürgerverein sieht in Glaubers Ankündigung allerdings nur einen ersten Schritt zur Analyse der Situation am und um den Münchner Flughafen, "denn zwei Messgeräte sind besser als keines", wie es in der Mitteilung heißt. Für belastbare Daten zur Gesamtsituation der Ultrafeinstaub-Belastung wären jedoch mindestens fünf Geräte erforderlich. Das habe man in Frankfurt bereits erkannt und entsprechend aufgerüstet.

Ein wichtiger Aspekt sei zudem, wo die Geräte aufgestellt würden. Nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz müsse am Ort der höchsten Belastung gemessen werden. Nach Einschätzung des Bürgervereins ist das im Zentrum des Flughafens der Fall. Zusätzlich sollten Geräte in Wohngebieten, die im Abwind der beiden Hauptwindrichtungen West und Ost liegen (wie etwa Eitting oder Schwaig beziehungsweise Achering oder Pulling) sowie in Freising und Hallbergmoos stehen.

© SZ vom 17.02.2020 / vo
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