Faschingszug in Eching Mad Max und rauchende Gorillas

Beim 44. Faschingszug in den Echinger Ortsteilen feiern die Narren mit Fantasie und Partysound

Wenn an einem Sonntagmorgen um halb zehn vier Gorillas Zigarette rauchend durch das beschauliche Hörenzhausen marschieren und dazu ohrenbetäubend laut "1000 Mal ist nichts passiert" durch die Straßen schallt, ist der Günzenhausener Faschingszug nicht weit. Traditionell sammeln sich die Teilnehmer am Morgen in der Mitte von Hörenzhausen. In diesem Jahr hat der Zug zum 44. Mal stattgefunden, so lange organisiert der Burschenverein Günzenhausen das Spektakel bereits. Tobias und Markus, die wie viele andere Burschen seit Wochen mit der Organisation und dem Bau ihres Wagens beschäftigt sind, waren noch lange nicht geboren, als die ersten Umzüge statt fanden.

Seit vor zwei Jahren neue Sicherheits-Richtlinien in Kraft getreten sind und die Faschingswagen eine TÜV-Prüfung bestehen müssen, ist ihre Zahl zurück gegangen. "Es gibt jetzt mehr Fußgruppen", sagt Markus. Von den 17 Gruppen, die heuer dabei sind, haben nur acht einen motorisierten Wagen. Zwar fehlt auch an diesem Sonntagmorgen das Aufwach-Bier in fast keiner Hand und schmettert jeder Wagen Partyhits gegen die schmucken Bauernhäuser, doch es geht beschaulich zu beim Günzenhausener Faschingszug. Zumindest, bevor die Truppe am frühen Nachmittag das Faschingstreiben auf dem Wirtsplatz in Günzenhausen einleitet.

Station Nummer zwei ist Deutenhausen, ein paar Kilometer den Hügel hinauf. Dort gibt es im Hof eines Landwirts traditionell eine Brotzeit zur Stärkung für den Weg nach Ottenburg. "Los Promillos", die Abordnung des Mintrachinger Burschenvereins, die seit Jahren beim Umzug dabei ist, wird kräftig strampeln müssen. Denn die Promillos sind mit selbst zusammen gebauten Fahrrädern und aufgemotzten Kettcars gekommen, ein bisschen wie Mad Max mit Fahrrad sehen sie aus.

Der Echinger Burschenverein erinnerte mit einer Freiheitsstatue mit dem Antlitz von Bürgermeister Thaler an die jüngst beschlossene Bürgerhaussanierung. Gekleidet in Strahlenschutzanzüge, griff der Schützenverein Ampertal Weng ein energiepolitisches Thema auf: "Zu Windrad und Stromtrasse sagt ihr nein - Liebe Leut' welche Energie soll's nun sein?" Mit einem hübschen, schilf-gedeckten Wagen ließ der Maibaum-Burschenverein Fahrenzhausen dröhnende Bässe und Partynebel in die Lüfte steigen - zur Freude der vielen Narren, die den Zug auf dem Wirtsplatz in Günzenhausen in Empfang nahmen.