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Erding: Neues Kinderhaus:Ein Dach zum Spielen

Erding bekommt ein neues Kinderhaus. Der Montessori-Verein und Architekt Gernot Vallentin haben nun die Pläne für das Gebäude präsentiert. Besonders reizvoll: das begrünte Dach.

Der Montessori-Verein kann loslegen. Für den Bau eines Kinderhauses im neuen Baugebiet an der Sigwolfstraße gegenüber dem Gewerbegebiet Erding-West gibt die Stadt ein Grundstück im Erbbaurecht an den Verein. Bereits in wenigen Wochen soll der Vertrag beim Notar unterschrieben werden.

Montessori Kinderhaus

Das Schulhaus wird ein wenig tiefer gelegt. Das vermittelt den Schülern ein Eindruck von Geborgenheit, zusätzlich erleichtert dies den Schülern den Zugang auf das Dach, wo sie auch spielen können.

(Foto: Büro Vallentin)

Der Dorfener Architekt Gernot Vallentin, der bereits die Montessori-Schule in Aufhausen entworfen hat, arbeitet mit Hochdruck an den Eingabeplänen für die Montessori-Kindertagesstätte, in der die beiden bestehenden Kindergärten des Vereins, das Kinderhaus in der Dr. Henkel-Straße und der zweisprachige Kindergarten Children's House in der Fichtenstraße zusammengefasst und zusätzlich um zwei Krippengruppen erweitert werden. Vallentin rechnet damit, dass die Bauarbeiten im Sommer beginnen könne. Das Haus sollte dann in etwa eineinhalb Jahren bezugsfertig sein.

Der Erbaurechtsvertrag mit einer Laufzeit von 60 Jahren war eine "sehr, sehr wichtige Entscheidung", sagte Bürgermeister Max Gotz (CSU) im Verwaltungs- und Finanzausschuss. Denn durch das Erbbaurecht wird in eleganter Weise sichergestellt, dass der Montessori-Verein die öffentlichen Zuschüsse zu seinem Kinderhaus in Höhe von knapp 1,9 Millionen Euro nicht zurückerstatten müsste, falls das Kinderhaus vor Ablauf von 25 Jahren wieder geschlossen werden sollte. Denn falls das Kinderhaus weniger lang existieren sollte, übernimmt die Stadt Erding als Grundstückseigentümer die Immobilie und führt sie selbst als Kindertagesstätte weiter. Den Montessori-Verein kostet der Bau des neuen Kinderhauses einen Eigenbeitrag von 1,1 Millionen Euro. Eine Menge Geld, doch "sonst müssten wir ja auch weiter Miete zahlen", sagte Geschäftsführerin Karin Fengler-Mensah.

Der wichtigste Antrieb für den Verein, ein neues eigenes Kinderhaus zu bauen, war allerdings der Wunsch, auch Krippenbetreuung für Kleinkinder anzubieten. Damit wird dann ein Komplettangebot an Montessori-Pädagogik angeboten - von der Krippe über den Kindergarten und die Schule in Aufhausen bis zum Abitur an der Montessori-Fachoberschule in München, die auch der Erdinger Verein unterstützt.

Die Architektur des Gebäudes erinnert bewusst an die Schule in Aufhausen. "Das war uns wichtig", sagt Fengler-Mensah. Vallentin weist daraufhin, "wir wollen uns nicht selbst kopieren", aber eine gewisse Familienähnlichkeit der Gebäude sei durchaus reizvoll. Auf einen Unterschied ist der Architekt jedoch zurecht stolz: Das begrünte Dach des neuen Kinderhause wird begehbar und bespielbar sein. Die Kinder haben so nicht nur den Garten zum Draußenspielen, sondern zusätzliche, im Normalfall nicht betretbare 800 bis 1000 Quadratmeter.

Das begehbare Dach ist damit auch eine intelligente Idee, "sparsam mit einem Grundstück umzugehen", sagt Vallentin. Damit man überhaupt auf das sanft ansteigende Dach gelangen kann, wird das Gebäude etwa ein halbe Etage im Erdboden versenkt. Auch das, da ist sich Vallentin sicher, werde den Kindern gefallen. Die Räume im Innern und ein Hof vor dem Haus gäben ihnen so eine geschützten Bereich, "was Kinder gerne mögen". Wie alle Projekte des Dorfener Architekten, wird das Montessori-Kinderhaus ein Passivhaus, das radikal wenig Heizenergie braucht.

Bürgermeister Gotz sagte, er freue sich auf den außergewöhnlichen Neubau. Das Montessori-Kinderhaus sei "eine Bereicherung für die Stadt" und ein "schöner Farbtupfer" im geplanten Wohngebiet an der Sigwolfstraße.