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Christkindlmarkt:Glatt ohne Eis

Die Stadt Erding hat eine neue Kunststoffbahn angeschafft, sie wird am Kleinen Platz aufgebaut. Das neue Konzept für den Christkindlmarkt sieht außerdem einheitliche Buden vor

Der Christkindlmarkt in Erding wird in diesem Jahr anders aussehen: Die Schlittschuhläufer tummeln sich nicht auf Schrannenplatz, sondern auf dem Kleinen Platz. Die Eisfläche wird ersetzt durch eine Kunststofffläche ohne Energieverbrauch. Auch das Lichtkonzept ist neu und aus einer Hand, der städtischen Hand. Der Stadtrat hat die Neuordnung abgesegnet und dafür auch Geld freigegeben. Die Kunsteisbahn hat etwa 60 000 Euro gekostet, zudem hat die Stadt neue Hütten geordert. Denn das neue Konzept sieht vor, dass nur diese städtischen Buden zugelassen sind. Ein Entschluss, der viel Ärger ausgelöst hat. Caféhausbetreiber Christoph Krönauer ist nun nicht mehr vertreten, obwohl sich unter den etwa vierzig Bewerbern war und auch einen Zuschlag bekommen hatte, wie Marcus Bank vom Rathaus sagt.

Seinen vollen Glanz hat der Christkindlmarkt in der Innenstadt noch nicht entfacht. Noch bleiben einige Tage zum Aufbau und zum Einräumen der Buden, die in diesem Jahr erstmals auf dem gesamten Schrannenplatz verteilt werden.

(Foto: Renate Schmidt)

Die zentralen Punkte des neuen Konzeptes sind jedoch die Neuordnung der Buden - 18 insgesamt und damit weniger als vor einem Jahr - und die neue Eisfläche. Dies sei die Zukunft des öffentlichen Eislaufs und vielleicht auch des Eishockeys, sagte Andi Trautner von der Firma Glice, der bei einem Pressetermin die Feinheiten des neuen Eislaufens in Erding erläuterte. Demnach haben die 20 Millimeter Platten eine Haltbarkeit von 20 Jahren und eine Garantie von zwölf Jahren. Eislaufen kann man wie auf normalem Eis, dringend nötig seien aber geschliffene Kanten. Am Anfang laufe es sich noch nicht so gut, nicht weil dem Läufer die nötigen Fertigkeiten abgehen, sondern weil die Kufen auf eine bestimmte Temperatur kommen müssen, um geschmeidig über das Polyethylen zu gleiten. Nach zwei, drei Minuten sei das Fahrgefühl aber wie auf Eis, auch bremsen kann man - nur dass dann nicht mehr das Eis aufspritzt. Ein paar Staubkrümel von der Kunststofffläche fallen aber auch ab, wie Trautner demonstrierte. Zu vermeiden ist jedoch, dass Leute mit Straßenschuhen aufs Eis gehen. Dafür sei der Betreiber zuständig, der auch Schlittschuhe verleihen und eine Schleifmaschine aufstellen wird. Abends wird die Eisfläche abgekehrt, weitere Wartungsarbeiten sind nicht vonnöten. Vor allem braucht es keine Unmengen an Energie, um eine Kunsteisfläche mitunter auch bei Plusgraden zum Frieren zu bringen und sie zu erhalten. Selbst im Sommer ist die Kunststoffbahn einsatzbereit. Erst kürzlich, sagte Trautmann, habe seine Firma eine 4000 Quadratmeter große Bahn nach Mexiko verkauft. Welche Mixtur für die laut Trautner in Deutschland hergestellten Platten verwendet werden, verriet er nicht. Könne er auch gar nicht, das wüssten nur sein Chef und der Entwickler. Denn: Die Konkurrenz schlafe nicht, es gebe Mitbewerber, deren Produkt nicht so erfolgreich sei. 99 Platten sind auf dem Kleinen Platz verlegt. Wird eine doch einmal kaputt, kann sie ausgetauscht werden. Rundherum gibt es eine Bande, die in diesem Jahr werbefrei bleibt, wie Bank sagte.

So sieht die neue Bahn aus. Eislaufen geht einwandfrei, wie der ehemalige Eishockeyspieler Andi Trautner von der Firma Glice demonstriert.

(Foto: Renate Schmidt)

Ansonsten wird beim Christkindlmarkt einiges auch beim Alten bleiben: Man sei bemüht, auch Anbieter von weihnachtlichem Kunsthandwerk nach Erding zu locken, sagte Bank. Aber das sei schwer. Sechs oder sieben Buden böten Weihnachtliches an; bei den anderen gibt es Glühwein, Bratwürste, Apfelkücherl und andere Leckereien zum Essen und Trinken. Eine klare Linie habe die Stadt bei den Buden verfolgt, sagten Pressesprecher Christian Wanninger und Bank: Es habe einen Beschluss gegeben, demzufolge eigene Hütten nicht mehr zulässig seien. Daraufhin habe es eine Ausschreibung gegeben, an der sich etwa vierzig Betreiber beteiligt hätten. Die Stadt Erding hat die Ausschreibungen bewertet und dementsprechend Zusagen gegeben. Krönauer habe von sich aus zurückgezogen.

Der Christkindlmarkt beginnt am 29. November und dauert bis 23. Dezember. In dieser Zeit gibt es eine Vielzahl von kulturellen Programmpunkten im Frauenkircherl, auf der Bühne am Schranneplatz und auf der Kunststoffbahn: von Jazz über Weihnachtslieder bis zur Feuer- und Lichtshow. Programme liegen aus.