Rathaus in Erding:Wie kalt darf ein Büro sein?

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Rathaus in Erding: Ein Büroraum im Verwaltungsgebäude des Neuen Rathauses, eingeweiht im Mai diesen Jahres.

Ein Büroraum im Verwaltungsgebäude des Neuen Rathauses, eingeweiht im Mai diesen Jahres.

(Foto: Renate Schmidt)

Auch beim Energiesparen kann man es nicht jedem recht machen, erfährt der Planungs- und Bauausschuss des Erdinger Stadtrats.

Von Regina Bluhme, Erding

Energiesparen ist auch bei der Stadt Erding angesagt, doch selbst da kann man es offensichtlich nicht jedem recht machen. Inzwischen erreichten das Rathaus "zunehmend Beschwerden", entweder weil das Licht zu stark heruntergedimmt worden sei oder weil es eben noch brenne, sagte Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) jüngst in der Sitzung des Planungs- und Bauausschuss. In manchen städtischen Gebäuden, etwa Kitas, müsse aber die Beleuchtung auch nachts brennen, schon aus "Sicherheitsaspekten", so Gotz. Beim Herunterdimmen der Raumtemperatur von Büroräumen müsse sich die Stadt genau an Vorschriften halten. Diese sind in der Arbeitsstättenverordnung geregelt, und zwar ganz detailliert, wie Stadtbaumeister Sebastian Henrich ausführte.

Die Mindesttemperatur in Räumen hängt demnach davon ab, ob es sich um eine sitzende oder gehende beziehungsweise stehende Tätigkeit handelt und ob eine "leichte Arbeit" oder "mittlere Arbeit" ausgeführt wird. In Rathausräumen, wo Mitarbeitende zum Beispiel sitzend "leichte Arbeit" verrichten, muss die Raumtemperatur mindestens 20 Grad betragen, bei "mittlerer Arbeit" 19 Grad. Ein Blick in die Verordnung verrät auch, wie "leichte Arbeit" definiert ist: "Bei ruhiger Sitz- oder Stehhaltung (gelegentliches Gehen inbegriffen) werden leichte Bewegungen mit der Hand und den Armen vollführt." Worin aber nun genau der Unterschied zu mittleren Arbeiten ("mittelschwere Arm- und Beinarbeiten im Sitzen, Gehen oder Stehen") besteht, lässt sich an der Verordnung nicht so recht ablesen. Jedenfalls sei die Stadt mit dem Energiesparen gut beschäftigt, so OB Gotz. Dafür ist das Thema Lärmbelästigung im Neuen Rathaus erledigt. Die Spuckschutzwände im Einwohnermeldeamt hatten dort die Akustik durcheinander gebracht. Es hagelte Beschwerden wegen des unerträglichen Geräuschpegels. Jetzt haben Trennwände Abhilfe geschaffen. Zumindest sind Pressesprecher Christian Wanninger aktuell keine Beschwerden bekannt.

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