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Ebersberg:Eine Lobby für die Pflege

Alzheimer-Gesellschaft lädt zu Erfahrungsaustausch

"Bis 2029 wird die Zahl der Demenzkranken im Ebersberger Landkreis voraussichtlich um rund 1000 Menschen zunehmen", so Hans Gnahn, Vorsitzender der Alzheimer-Gesellschaft im Landkreis Ebersberg. "Da nicht alle Demenzkranken von Angehörigen versorgt werden können, brauchen wir dringend Mitbürger in Pflegeberufen", unterstreicht er. "Diese verdienen eine bessere Bezahlung, bezahlbare Wohnungen und ein höheres Ansehen." Was für die Pflegekräfte getan werden kann, darüber will die Alzheimer-Gesellschaft mit möglichst vielen Interessierten, gerade auch aus der Pflege, sprechen: am Montag, 27. Mai, von 18.30 Uhr an im Awo-Seniorenzentrum "Gertrud-Breyer-Haus" in Kirchseeon.

Dessen Pflegedienstleiter Werner Benningsfeld, auch Mitglied der Alzheimer-Gesellschaft im Landkreis Ebersberg, sagt: "Der Pflegenotstand kommt nicht von ungefähr." Für die Pflegekräfte seien die direkten Arbeitsbedingungen ausschlaggebend. Die Personalbemessung in Pflegeeinrichtungen habe nicht Schritt gehalten mit den vom Gesetzgeber veranlassten Normen und Qualitätsanforderungen an die Pflege. Dennoch glaubt Benningsfeld nach eigenen Angaben, dass sich die Rahmenbedingungen für Pflegekräfte mittelfristig verbessern. So könnte die im nächsten Jahr beginnende Reform der Pflegeausbildung mit ihrer generalistischen Gestaltung möglicherweise mehr Absolventen für die Pflege interessieren als bisher. Dies zeige sich aber erst 2023. Schon heuer im Herbst würden die neuen Qualitätsprüfungs-Richtlinien für die vollstationäre Pflege in Kraft treten. Diese sollten das herkömmliche Prüfverfahren des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) ersetzen und die Versorgung der Bewohner sowie die Fachkompetenz der Pflegekräfte in den Fokus stellen.

Ein Ansatzpunkt der Alzheimer-Gesellschaft zur Verbesserung der Situation der Pflegekräfte ist auch das Thema günstiger Wohnraum. Hier wolle man darüber nachdenken, wie man private Vermieter, die Pflegekräften gerne günstigen Wohnraum zur Verfügung stellen würden, erreicht werden könnten, heißt es in einer Pressemitteilung.