Duales Studium Mit "Optiprax" in den Beruf

In drei statt fünf Jahren kann man sich beim Projekt "Optiprax" zur Erzieherin qualifizieren.

(Foto: Dpa/Uwe Anspach)

Pilotprojekt an der Freisinger Fachakademie für Sozialpädagogik

Erzieherinnen bleiben Mangelware, daran haben auch finanzielle Zulagen der Arbeitgeber und Dienstwohnungen, wie sie immer öfter gleich auf neue Kindergärten gebaut werden, nichts geändert. Dabei sitzt an der Freisinger Berufsschule seit fünf Jahren auch eine Fachakademie für Sozialpädagogik. Hier werden Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen und auch das eine oder andere männliche Exemplar in diesen Berufen ausgebildet. Die 60 Plätze, die jedes Jahr angeboten werden, sind aber nicht immer besetzt.

Im Schuljahr 2016/2017 hat das Bayerisches Kultusministerium deshalb ein neues Ausbildungsmodell als Pilotprojekt gestartet, an ausgewählten sozialpädagogischen Einrichtungen, zu denen ab kommendem Schuljahr auch die Freisinger Fachakademie für Sozialpädagogik gehört. Es soll verstärkt Quereinsteigerinnen für die Kinderbetreuung als Beruf erwärmen. "Optiprax" heißt der Titel, und das Besondere ist, dass man sich in drei statt fünf Jahren zum Erzieher qualifizieren kann. Dazu gibt es Geld nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst während der kompletten Ausbildungsdauer. Für das erste Lehrjahr bedeutet das immerhin 1018,26 Euro brutto. Bei regulären Ausbildungen sind lediglich die Berufspraktika finanziell vergolten, die Zeiten theoretischer Ausbildung an der Schule nicht.

Vom neuen "Optiprax" angesprochen werden sollen Bewerberinnen mit Fach- oder allgemeinem Abitur. Wer keine abgeschlossene Ausbildung in einem pädagogischen, sozialpädagogischen oder pflegerischen Beruf vorweisen kann, muss ein sechswöchiges Praktikum in einer Einrichtung absolvieren, um die Ausbildung starten zu können. Bei der Ausbildung handelt es sich um ein duales Studium auf Bachelorniveau, das einen sofortigen Einstieg in die Berufswelt ermöglicht und mit dem Titel "Staatlich anerkannte Erzieher*in" abschließt.

Wer die "Optiprax"-Ausbildung einschlagen möchte, hat gute Karten, sogar kurzfristig. Denn es gibt bereits genügend Anmeldungen, sodass im September mindestens eine Klasse an der Fachakademie gebildet werden kann. Gleichzeitig ist aber noch eine Reihe von Plätzen frei. Wer mitmachen möchte, sollte sich zuerst an der Fachakademie in Freising informieren, die Telefonnummer lautet 08161/94000. Auch in Internet gibt es auf der Schulhomepage www.bsz-fs.de einige Infos. Da die Studierenden im Dualen Studium angestellt sind, ist eine Bewerbung um einen "Optiprax"-Ausbildungsplatz bei einem Träger nötig. Auch hier findet sich auf der Homepage eine Liste, die von der Stadt Freising bis zur Katholischen Kirchenstiftung Wartenberg reicht.