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Digitale Alternative:Pessachfest im Internet

Matthias Stiftinger organisiert in diesem Jahr die Pessachfeier der Ebersberger Jugendstelle.

(Foto: Privat)

Die Katholische Jugendstelle feiert dieses Jahr per Videostream

Wenn Ostern naht, ist auch das wichtigste jüdische Fest nicht mehr fern: das Pessachfest. Es beginnt mit dem ersten Vollmond im Frühjahr und dauert acht Tage. Dabei wird der Leidensgeschichte des israelischen Volkes gedacht. Auch dieses Jahr will die Ebersberger Jugendstelle das Fest mit Interessierten gemeinsam begehen - virtuell natürlich. "Pessach ist eine jüdische Feier, die aber auch im christlichen Kontext begangen wird", sagt Matthias Stiftinger. Der 22-Jährige ist Informatiker und ehrenamtlich als geistiger Beistand im Bund Deutscher Katholischer Jugend (BDKJ) tätig. Dieses Jahr organisiert er die Pessachfeier der Ebersberger Jugendstelle. "Im Zentrum der Feier steht die Lesung aus dem Buch Exodus, des Auszug der Israeliten aus Ägypten."

Per Videokonferenz werden die Interessierten am Dienstag, 7. April, um 18.30 Uhr zusammentreffen. Die Teilnehmer können sich schon vorher die notwendigen Materialien zu besorgen, dazu zählen sieben Kerzen, ungesäuertes Brot oder Bitterkräuter. Sie werden in den Verlauf rituell eingebaut.Eigentlich steht am Beginn des Festes die Handwaschung: Ähnlich wie am Gründonnerstag die Füße werden hier den Anwesenden die Hände vom Gastgeber gewaschen, als Zeichen der Reinheit, sagt Stiftinger. In Zeiten der Ausgangssperre wird das jeder bei sich zuhause tun müssen. Später werden während der Feier die Bitterkräuter in Salzwasser eingetaucht und dann gegessen - als Erinnerung daran, dass die Ägypter den Israeliten das Leben bitter gemacht und sie zur Sklaverei gezwungen haben, so Stiftinger. Viele Lobpreis- und Segensgebete begleiten die Feier, die mit einem gemeinsamen Essen abschließt. "Ein bisschen bange ist mir noch wegen der Technik", sagt Stiftinger. Derzeit seien viele Anbieter von Videokonferenzen überlastet und die Qualität oft grenzwertig.

Haben im vergangenen Jahr etwa ein Dutzend Jugendliche an der Feier teilgenommen, ist der Andrang dieses Jahr groß. So wird die Feier auch ordinariatsweit vernetzt, also in der ganzen Erzdiözese München-Freising zu sehen sein. "Aktuell hat man mehr Zeit", sagt das Matthias Stiftinger, "außerdem können spirituelle Angebote auch Sicherheit geben."

So bietet die Ebersberger Jugendstelle auch etwa Online-Gottesdienste oder einen Online-Stammtisch an. Weitere Infos gibt es auf der Homepage unter www.jugendstelle-ebersberg.de oder bei Instagram unter @justebersberg.

© SZ vom 07.04.2020 / fla

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