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Christkindlmarkt Erding:Es darf Glühwein getrunken werden

Christkindlmarkt

Alles wird in diesem Jahr beim Christkindlmarkt in Erding anders sein, aber immerhin: Er findet statt. Die Menschen sollen ein Stück weit Normalität zurückbekommen, sagt OB Max Gotz

(Foto: Stephan Goerlich)

Die Stadt Erding will ein Zeichen setzen und hat ein Konzept entwickelt. Der Markt startet sogar zwei Tage früher als sonst.

Von Antonia Steiger, Erding

In Erding wird es in diesem Jahr einen Christkindlmarkt geben, wenn auch mit einigen Auflagen. Der Volksfestausschuss der Stadt Erding hat dies einstimmig beschlossen. Dies soll auch als Signal verstanden werden für einen Schritt hin zu einem normalen Leben. Normal ist jedoch einiges nicht bei diesem Christkindlmarkt. So müssen all jene - und das sind die meisten -, die sich auf einen Glühwein auf dem Markt treffen wollen, zum Trinken in einen eingezäunten Bereich begeben, wo sie ihren Namen und ihre Telefonnummer hinterlegen müssen. Diese Bereiche sind jedoch recht großzügig entworfen.

Zwei 160 Quadratmeter große Flächen werden als "Biergarten" vor dem Frauenkircherl am Schrannenplatz und vor der Bar Buona Vista am Kleinen Platz ausgewiesen, dazu ein 80 Quadratmeter großer Bereich auf dem Schrannenplatz nahe des Rathauses. Nur dort darf man seine alkoholischen Getränke konsumieren, woanders nicht. 16 Buden dürfen auf dem Markt aufgestellt werden, und dafür gebe es mehr als ausreichend Bewerber, sagte OB Max Gotz (CSU). Die Fieranten seien heilfroh, sie hätten ja das ganze Jahr über kein Geschäft machen können wegen der gesetzlichen Einschränkungen und Auflagen zur Eindämmung des Coronavirus. Je zwei Buden sind für je einen "Glühweingarten" zuständig. Der Zugang zu den abgeschlossenen Bereichen erfolgt über separate Ein- und Ausgänge. Zudem werden die Betreiber verpflichtet, Geschirr und Gläser mit mindestens 90 Grad zu spülen. Dazu werde auf Mindestabstände geachtet, auf dem Gelände müssen alle Besucher einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Mit dem Christkindlmarkt setze die Stadt ein "politisches, gesellschaftliches und soziales Statement", sagte Gotz. Es sei unheimlich wichtig, den Menschen "ein Stück weit Normalität" zurückzugeben. Er hoffe auf eine "luftig-leichte" Verteilung der Menschen auf der Fläche. Sollte es zur Überfüllung kommen, müsse die Stadt schlimmstenfalls einen Stopp verhängen.

Um die neuen Abläufe einzuüben, wird der Start des Christkindlmarktes sogar zwei Tage vorverlegt - auf Mittwoch, 25. November. Auf Anraten des Landratsamts bekommen so alle Beteiligten ein bisschen Vorlaufzeit, bevor es am Freitagabend richtig losgeht. Am Wochenende wird das Rathaus auch Mitarbeiter des Ordnungsamtes aussenden, die die Einhaltung der Regeln überwachen sollen. Im Ausschuss stieß der gesamte Plan auf ungeteilte Zustimmung. Auf Vorschlag von Hans Egger (Erding Jetzt) wird nach zwei Wochen überprüft, wie die Sache läuft. Läuft sie gut, dürfen die Betreiber darauf hoffen, dass der Markt abends eine Stunde länger aufhaben darf. Vorerst ist Ausschankende um 21 Uhr, eine halbe Stunde später ist dann ganz Schluss. Gotz betonte, dass keine Entscheidung ohne das Gesundheitsamt getroffen werde. Diese Behörde gebe die Richtschnur vor, die bisherigen Gespräche seien jedoch "erfreulich gut verlaufen". Entscheidend sei die Sieben-Tage-Inzidenz, sagte Robert Buckenmaier. Liege sie über 35, müsse man mit dem Gesundheitsamt reden. Keine Diskussionen hat im Übrigen Gotz' Ankündigung ausgelöst, die Kunsteisbahn aus Platzgründen nicht aufzubauen.

© SZ vom 05.10.2020

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