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Buntes Haus in Hallbergmoos:Nur zur Hälfte belegt

Hübsch anzusehen ist das "Bunte Haus", dennoch ist es derzeit nicht einmal zur Hälfte mit Kindern belegt - weil das Personal fehlt.

(Foto: Marco Einfeldt)

In der Einrichtung betreut die Innere Mission derzeit 17 Kinder, wegen Personalproblemen stand die Einrichtung sogar kurz vor der Schließung. Die Gemeinde wird künftig wohl weniger bezahlen

Das "Bunte Haus" an der Lilienthalstraße ist das Sorgenkind unter den Hallbergmooser Kindertagesstätten. Eigentlich ausgelegt auf 45 Kinder, ist es derzeit nicht einmal zur Hälfte belegt - trotz Wartelisten in der Gemeinde. Doch der Träger, die evangelische Innere Mission München, scheint noch mehr Probleme zu haben, das nötige Personal zu finden als die übrigen Träger von Betreuungseinrichtungen. Weil es zu wenige Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen gibt, sind die Betreuungszeiten im Bunten Haus zweimal innerhalb eines Jahres verkürzt worden, kürzlich wäre die Einrichtung beinahe ganz geschlossen worden.

Kein Wunder, dass die Verantwortlichen in Rathaus und Gemeinderat einen Trägerwechsel anstrebten. Das aber war kurzfristig nicht zu bewerkstelligen, da Förderrichtlinien und Vertragsbedingungen eingehalten werden müssen. Die Defizitvereinbarung mit der Inneren Mission allerdings hat der Gemeinderat gekündigt, vorsorglich. Daran ändert auch nichts, dass die Innere Mission ihre Personalprobleme inzwischen zumindest soweit im Griff hat, dass die vier Kindergarten- und 13 Krippenkinder, die angemeldet sind, von 7 bis 17 Uhr betreut werden.

Bei der Inneren Mission in München sind die Haltung der Gemeinde und die jüngste Diskussion im Gemeinderat aber auf Unverständnis gestoßen. "Die Art und Weise, wie einige Mitglieder des Gemeinderats öffentlich agieren, ohne mit uns vorher zu sprechen, ist sehr irritierend", sagte Margit te Brake, Leiterin der Abteilung Kindertagesbetreuung bei der Inneren Mission. Aufgrund einer stabilen Personalsituation habe man zu den aktuell 17 betreuten Kindern weitere zwei Betreuungsverträge abgeschlossen, ein weiterer Platz könnte sofort vergeben werden. Zudem gebe es derzeit Bewerbungsgespräche, würden diese positiv verlaufen, könnten sukzessive weitere Kinder ins "Bunte Haus" aufgenommen werden, so te Brake. Seit Beginn des Kindergartenjahres gebe es auch einen Springerdienst, der bei Krankheitsfällen schnell aushelfen könne, was aber noch nicht nötig gewesen sei.

Nichtsdestotrotz hat die Gemeinde in der neuen Defizitvereinbarung für das Bunte Haus festgeschrieben, dass ihre Zahlungen in Zukunft nicht als Fixbetrag erfolgen, sondern abhängig von der Zahl der tatsächlich betreuten Kinder sind. 128 000 Euro hat Hallbergmoos im vergangenen Jahr für das Bunte Haus an Defizitausgleich gezahlt. Im laufenden Jahr wird es wohl weniger werden. Laut neuer Vereinbarung zahlt die Gemeinde gut 42 Prozent der zuschussfähigen Investitionskosten und eine Miete, die sich nach der ortsüblichen Höhe im Gewerbegebiet richtet.

Unangetastet bleiben die gesetzlich vorgeschriebenen Förderzahlungen und die arbeitsmarktpolitische Zulage für das Personal. Der Vertrag ist nun bis zum 31. August 2018 befristet. Dann läuft auch die Betriebserlaubnis des Jugendamtes für den altersübergreifenden Betrieb des Bunten Hauses als Krippe und Kindergarten aus, dann könnten die Karten neu gemischt werden.