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Buch/Pastetten:Zwischenlösung sorgt für Zündstoff

Der Weg nach Reithofen wird zwar von Radlern gut angekommen. Doch die Beschaffenheit der grobkörnigen Bahn sorgte für Unmut.

(Foto: Renate Schmidt)

Der Belag des provisorischen Radwegs von Buch am Buchrain nach Reithofen hat schon mehrere Fahrer zu Fall gebracht

Von Philipp Schmitt, Buch/Pastetten

Für Diskussionsstoff sorgt bei Radfahrern der als Zwischenlösung genutzte Radweg von Buch über Haidberg nach Reithofen: Der kurze Geh- und Radweg beginnt neben dem neuen Baugebiet am Bucher Feuerwehrhaus und mündet dann in ein Provisorium. Er führt im 90 Grad-Winkel auf eine geteerte Straße nach Haidberg an der Kapelle vorbei auf einen 1300 Meter langen Feldweg nach Reithofen in der Gemeinde Pastetten: "Es gab auf dem grobkörnigen Feldweg schon einige Stürze. Der Verbindungsweg muss verbessert werden", sagt dazu Johann Grill aus Reithofen. Grill hat mit Unterstützung des ADFC, Gemeinderäten und Radfahrern in einem Schreiben an Landrat Marin Bayerstorfer und die Bürgermeister Cornelia Vogelfänger aus Pastetten und Ferdinand Geisberger aus Buch (alle CSU) auf den dringenden Handlungsbedarf hingewiesen. Nun hofft er, dass an diesem Dienstag der Gemeinderat Pastetten über das Thema berät.

Der in Buch entstandene schöne, aber kurze Geh- und Radweg ist Beginn eines umstrittenen provisorischen Wegs nach Reithofen: Nach Auskunft des Geschäftsleiters der Verwaltungsgemeinschaft, Gottfried Prostmeier, ist das Teilstück 380 Meter lang und wohl einer der kürzesten neuen Radwege im Landkreis. Langfristig geplant war eine Fortsetzung entlang der Staatsstraße Richtung Harthofen, aber das Projekt ist ins Stocken geraten und wegen fehlender Verkaufszusagen der Grundeigentümer wohl vorerst auch nicht realisierbar. Es werden Tauschgrundstücke gefordert, sagte dazu Cornelia Vogelfänger. Auf der Strecke entlang der Hauptstraße ragen zudem Häuser in Harthofen bis fast an die Staatsstraße heran.

Weil dieser Weg derzeit nicht gebaut werden kann, wird als Zwischenlösung der Weg über Haidberg nach Reithofen genutzt. Die Initiative für einen sicheren Radweg kam von Bürgern aus Buch. Der Hintergrund ist tragisch: Auf der Hauptstraße verunglückte vor einigen Jahren bei einem tödlichen Verkehrsunfall eine Radfahrerin aus Buch. Weil der komplette Radweg nach Harthofen nicht möglich war, entstand vorerst das 380 Meter lange erste Teilstück. Dann geht es weiter auf einer alten Teerstraße nach Haidberg und auf einem Feldweg nach Reithofen. Der provisorische Weg sei bei Radfahrern dennoch gut angekommen, aber die Beschaffenheit der grobkörnigen Bahn sorgte für Unmut. Einige Radfahrer seien auch gestürzt, sagt Grill. Bauhof-Mitarbeiter besserten nach, doch ganz zufrieden ist man noch nicht.

In Buch stimmte der Gemeinderat auf Antrag des Kirchenpflegers und des früheren Gemeinderates Wolfgang Hipper dafür, den Feldweg auf den 300 Metern Bucher Flur fahrradtauglich zu machen, das ist bereits passiert. "Der Bucher Abschnitt ist gut geworden, so muss es sein", sagte Grill. Nun müsse Pastetten sein tausend Meter langes Teilstück und den "groben Schotter" an der Querung der Gasleitung ebenfalls verbessern, fordert Grill.

Von Horst Weise, der sich im Verkehrsausschuss des Landkreises für ein verbessertes Radwegenetz ausgesprochen hat, gab es volle Unterstützung: "Weitere Stürze müssen durch eine Mineralbetonschicht verhindert werden, die Gemeinden müssen ihre Hausaufgaben machen."

Im Antwortschreiben des Landratsamtes an Grill steht dazu, dass sich die Gemeinde Pastetten mit der Verbesserung der Fahrbahndecke des Wirtschaftsweges nach Reithofen beschäftigen wird. "Im Finanzausschuss wird darüber gesprochen werden", bestätigte Vogelfänger. Sie fügte an, dass der Feldweg nur eine Zwischenlösung bis zur Realisierung des Radwegs entlang der Staatsstraße angedacht war. Von einem Ausbau des landwirtschaftlich genutzten Wegs sei im Vorfeld nie die Rede gewesen. Bauhof-Mitarbeiter hätten im Frühjahr bereits das Teilstück mit feinkörnigem Material verbessert. Während es in Reithofen Anschluss zu weiteren Geh- und Radwegen nach Pastetten, Forstern, Fendsbach, Hörlkofen gibt, fehlt am Radweg-Ende in Buch noch jeglicher Anschluss nach Walpertskirchen, Isen, Pemmering und Hohenlinden, und die Radfahrer müssen wieder auf die Straßen.

© SZ vom 21.01.2020

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