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Bauabschnitt A 94:Autobahndirektion forciert das Tempo

Die Autobahntrasse wird kommen: Landrat Martin Bayerstorfer rechnet bereits im Januar 2011 mit Beginn der Enteignungsverfahren im Bereich Pastetten und Dorfen.

Mit den Besitzeinweisungsanträgen der Autobahndirektion Südbayern für den A94-Bauabschnitt von Pastetten nach Dorfen wird es nach Einschätzung des Landratsamts bereits im Januar 2011 losgehen, falls die erforderlichen Gelder für den weiteren Ausbau bereitgestellt werden können. Bei der Jahrespressekonferenz sagte Landrat Martin Bayerstorfer, er gehe davon aus, dass der Abschnitt von Forstinning bis Pastetten in einem Jahr fertiggestellt sein werde "und wir einen möglichst zügigen Weiterbau wollen".

Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) geht davon aus, dass der Autobahnabschnitt von Forstinning bis Pastetten in einem Jahr fertiggestellt sein wird.

(Foto: Peter Bauersachs)

Nach Auskunft der Autobahndirektion Südbayern werde es auch Besitzeinweisungen "in einem erheblichen Umfang" geben, die nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der eigentlichen Straßentrasse stehen, sondern die Eingriffe im betroffenen Landschaftsraum kompensieren sollen.

Aufgrund der Länge des Teilstücks und des bereits angekündigten politischen Widerstands gehe die Autobahndirektion davon aus, dass es etwa fünf Mal so viele Enteignungsverfahren wie im Zusammenhang mit dem vorhergehenden Teilstück geben werde: Die im Planfeststellungsbeschluss genehmigten Eingriffe in den Naturhaushalt müssen teilweise bereits vor dem eigentlichen Baubeginn ausgeglichen werden", erläuterte Bayerstorfer.

Nach den erforderlichen vorgezogenen Ausgleichsmaßnahmen sowie des Erwerbs der benötigten Grundstücke soll unverzüglich nach Vergabe des Bauauftrage mit dem Ausbau des Teilstücks begonnen werden. Bayerstorfer monierte, dass die Gegner der Isentaltrasse nach der Niederlage vor Gericht nun versuchen würden, auf politischem Weg die Trasse zu verhindern.

Er legte ältere Zeitungsartikel vor, in denen die Autobahngegner wiederholt gefordert hätten, die Entscheidungen möglichst schnell zu treffen, um den Weg für die Gerichte freizugeben. In diesem Zusammenhang hätten sie auch der Regierung eine "skandalöse Verzögerungstaktik" vorgeworfen. Bayerstorfer: "Es ist interessant, dass man, wenn alle rechtsstaatlichen Mittel ausgeschöpft sind, die Empfehlung gibt, jetzt muss die Politik wieder entscheiden."

Das könne man in einem demokratischen Staat nicht verlangen. Bayerstorfer monierte, die Autobahngegner sollten "mehr Ehrlichkeit an den Tag legen" und zugeben, dass es ihnen nicht um die bessere Trasse ginge, sondern dass sie keine Autobahn wollten. Darüber hinaus bezog Bayerstorfer Stellung im aktuellen Streit der Marktgemeinde Isen, die beim Bundesverkehrsminister erreichen will, dass die Anschlussstelle der A94 in Lengdorf nicht "Lengdorf" heißen soll, sondern "Isen".

Die Isener Marktgemeinderäte berufen sich dabei auf eine Richtlinie, wonach bei der Benennung das wichtigste Ausfahrtsziel gewählt werden soll. Aufgrund ihrer Einwohnerzahl, dem Knotenpunkt der beiden Staatsstraßen 2086 und 2332 sieht die Kommune ihren verkehrstechnischen Vorrang. Der Landrat ist jedoch anderer Meinung: "Ein paar hundert Einwohner mehr" könnten bei der Benennung keine ausschlaggebende Rolle spielen.

Vielmehr müsse man berücksichtigen, dass die Anschlussstelle auf Lengdorfer Flur liege und auch die Feuerwehr Lengdorf für diesen Autobahnabschnitt zuständig sein werde und entsprechend ausgestattet werden müsse. Bayerstorfer betonte, es gehe in diesem Streit nicht um die Hinweistafeln, auf denen angeführt werde, welche Orte man über diese Ausfahrt erreiche, sondern lediglich um den Namen der Anschlussstelle. Und dabei sei nun einmal der Ort zu berücksichtigen, der auch die Belastungen trage.