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Autobahn A 94:Ein Kleeblatt für Parsdorf

Autobahndirektion hat große Erweiterungspläne

Das Ausbauprogramm der A 94 ist offenbar noch massiver als bisher bekannt. Wie bereits berichtet, plant die Autobahndirektion in den kommenden zehn Jahren eine umfassende Erweiterung des Ostkreuzes zur A 99 sowie eine Verbreiterung der A 94 Richtung Parsdorf. Dort gibt es derzeit vier Fahr- und zwei Einfädelspuren, künftig sollen es insgesamt zehn Spuren werden. Wie nun bekannt wurde, könnte auch die Autobahnzufahrt Parsdorf von der Erweiterung betroffen sein. Ein Szenario sieht vor, die Zufahrt aus dem Ort hinaus in Richtung Osten zu verlegen und deutlich zu vergrößern.

Dies verlautete nun aus dem Vaterstettener Rathaus. Dort beschäftigt man sich schon seit längerem mit den Verkehrsproblemen rund um die A94, speziell auf der Gruber Straße in Parsdorf. Diese ist der Zubringer für die A 94 in Richtung Norden und gerade im Berufsverkehr nicht gerade leer. Was sich in den kommenden Jahren noch verschärfen könnte, denn die Gemeinden Vaterstetten und Poing planen einige Projekte, die auch über die Gruber Straße erschlossen würden. Vaterstetten bereitet gerade ein etwa 33 Hektar großes Gewerbegebiet nördlich von Parsdorf vor. Die Poinger sind dabei, ihr neuestes Wohngebiet W 8 noch vor dem ersten Spatenstich nachzuverdichten. Die Gebiete W7 und W 8 waren auf 2000 Neubürger angelegt, nun sollen doppelt so viele einziehen.

Beide Vorhaben werden zweifellos zu mehr Verkehr auf der Gruber Straße und der Anschlussstelle führen, das ist in den beiden Gemeinden unstrittig. Nicht allerdings, welches mehr dazu beiträgt. Die Antwort auf diese Frage ist insofern wichtig, weil die Autobahndirektion in der Vergangenheit bereits einen Ausbau der Anschlussstelle Parsdorf ins Gespräch gebracht hat - an dem sich dann allerdings die Gemeinde Vaterstetten zu beteiligen habe, wegen deren Gewerbepläne. Diese wiederum verweist auf den nördlichen Nachbarn und dessen Wohngebiet.

Aber vielleicht kommt auch alles ganz anders. Vaterstettens Bürgermeister Georg Reitsberger (FW) berichtete nun, dass bei Besprechungen mit der Autobahndirektion über die Probleme an der A94 auch Pläne für eine Verlegung der Anschlussstelle nach Osten, zwischen Parsdorf und Neufarn vorgestellt wurden. Damit wäre ein Umbau der Zufahrt und der Ausbau der Gruber Straße auf Gemeindekosten vom Tisch. Die Umsetzung, das betont der Bürgermeister, dürfte allerdings noch etwas auf sich warten lassen. Das Parsdorfer Kleeblatt werde wohl frühestens Anfang der 2030er-Jahre errichtet - wenn überhaupt. Denn es sind noch einige Fragen offen, die wichtigste: Wo soll überhaupt genau gebaut werden? Eine Verlegung nach Osten würde nämlich bedeuten, dass zumindest ihre Erschließung über Poinger Flur verlaufen müsste. Im dortigen Rathaus reagiert man darum auch eher verhalten. Die Ausbauvariante sei zwar bekannt, sagt Thomas Stark, Geschäftsleiter der Gemeinde, aber auch zu unkonkret und habe derzeit keinen Einfluss auf Planungen der Poinger.

© SZ vom 19.11.2018
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