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Altötting/Erding:Nicole Schley ist Präsidentin

Nicole Schley

(Foto: Susanne Krauss)

Die Ottenhofener Bürgermeisterin Nicole Schley ist die erste Präsidentin der AWO Oberbayern.

Die Ottenhofener Bürgermeisterin Nicole Schley ist die erste Präsidentin der AWO Oberbayern. Bei der Bezirkskonferenz in Altötting hatten die oberbayerischen Delegierten vor dieser Wahl eine Satzungsänderung beschlossen, der zufolge die Arbeiterwohlfahrt in Oberbayern auf ein Präsidiumsmodell umgestellt wurde, um "eine klare Trennung von Führung und Aufsicht zu garantieren", wie es in einer Pressemitteilung heißt. Die erste Präsidentin ist Nicole Schley, die einzige SPD-Bürgermeisterin im Landkreis Erding. Der bisherige Bezirksvorsitzende Herbert Hofauer, Bürgermeister von Altötting, stellte sich nach 30 Jahren im Bezirksvorstand nicht mehr für ein Amt zur Verfügung.

Die Umstrukturierung gehe auf das kontinuierliche Wachstum des Sozialunternehmens AWO zurück, heißt es weiter. Laut Hofauer ist der Umsatzerlös im Jahr 2015 um knapp zehn Prozent auf 120 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Dieses Wachstum sei mit einer enormen finanziellen Verantwortung des ehrenamtlichen Vorstands verbunden gewesen. Um Führung und Organisation zu entflechten, wird das neu gewählte ehrenamtliche Präsidium einen hauptamtlichen geschäftsführenden Vorstand aus ein bis drei Personen berufen und kontrollieren, der dann - anstelle des Präsidiums - in der finanziellen Haftung steht. Das Wachstum sei nicht wie früher dem Ausbau des Pflegebereichs zuzuschreiben, heißt es weiter, sondern dem Ausbau der Kindertagesstätten. Der Bezirksverband ist Träger von 56 Kindertagesstätten, einige davon auch im Landkreis Erding, mit 4375 Plätzen in ganz Oberbayern.

Die 45-jährige Ottenhofener Bürgermeisterin und Politikwissenschaftlerin Nicole Schley sagte laut Mitteilung in ihrer Vorstellungsrede, sie sei von der mehr als vierzig Jahre währenden Arbeit ihres Vaters bei der Arbeiterwohlfahrt geprägt worden. "Ich habe schon mit zwölf Jahren mit ihm Care-Pakete an bedürftige Personen gepackt und verteilt." Zehn Jahre arbeitete Schley nach dem Studium in der Politikberatung in München, Berlin, Brüssel und Washington, bevor sie in die Werbung wechselte. Jetzt ist sie Media-Beraterin der Süddeutschen Zeitung in Erding. Als Bürgermeisterin habe sie viele thematische Berührungspunkte mit ihrer neuen Funktion als Präsidentin des AWO-Bezirksverbands Oberbayern, heißt es weiter. Noch als Seniorenbeauftragte habe sie die Nachbarschaftshilfe in Ottenhofen gegründet, sie betreue als Bürgermeisterin eine Schule, ein Kinderhaus sowie einen sehr aktiven Helferkreis Asyl.

© SZ vom 13.07.2016 / ts

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