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Wasserburg/Ebersberg:Hoffen auf die Altstadtbahn

Pro Bahn berichtet in Wasserburg zum aktuellen Stand

Vor 30 Jahren unterbrach ein Dammrutsch die Altstadtbahn zwischen Reitmehring und Wasserburg. Damals hätte sie wohl, so heißt es, mit einfachen Mitteln repariert werden können. Aber die damalige Bundesbahn wollte die Strecke und den gesamten Filzenexpress von Wasserburg in Richtung Ebersberg, Grafing und München lieber stilllegen. Also passierte nichts: Die Altstadtbahn ist seither im Dornröschenschlaf versunken.

Weil gegen die Stilllegung der Altstadtbahn geklagt wurde, ist dies noch nicht rechtsgültig. Bürger, Städte, Gemeinden und Landkreise kämpfen seit Jahren um den Erhalt des Filzenexpress und die Verbesserung des ÖPNV in der Region. Der Fahrgastverband "Pro Bahn" möchte nun über den aktuellen Sachstand und die Perspektiven der Altstadtbahn informieren. Norbert Moy, Regionalvorsitzender von Pro Bahn Oberbayern kommt deshalb an diesem Freitag nach Wasserburg in die Paulanerstuben. Sein Vortrag mit anschließender Diskussion beginnt um 19 Uhr. Besonders beleuchten wird er dabei das Gutachten der Stadt Wasserburg, welches der Stilllegung zugrunde lag. "Es wäre traurig, wenn ausgerechnet jetzt, da die vielen Verbesserungen beim ÖPNV endlich Früchte tragen, der Schienenweg in die Innstadt enggültig zerstört würde", heißt es in einer Stellungnahme von Pro Bahn.

In den vergangenen 20 Jahren wurde so manches erreicht: Seit 1996 fahren werktags wieder Züge auf dem Filzenexpress, seit 2001 gibt es durchgehende Züge von Reitmehring nach München, 2004 wurde zudem die Strecke zwischen Reitmehring und Ebersberg grundsaniert. Seit 2006 wurden die vielen Bahnübergänge technisch gesichert oder beseitigt, 2014 wurde dann in Steinhöring ein Kreuzungsbahnhof eröffnet, seitdem wird der Filzenexpress werktags im Stundentakt von frühmorgens bis nach Mitternacht befahren. Alle anderen Bahnhöfe und Haltepunkte wurden mustergültig erneuert. 2015 wurde der Filzenexpress schließlich in den MVV integriert, im vergangenen Jahr wurde der Stundentakt am Wochenende eingeführt, auch auf der Bahnlinie Rosenheim-Mühldorf, zudem wurde der Stadtbus kontinuierlich verbessert. Die Fahrgastzahlen stiegen so massiv an, dass jetzt viele Züge sogar mit doppelter Länge verkehren. Nur die Altstadtbahn in die Stadt Wasserburg hinein verblieb in ihrem Zustand. 2016 erging der Stilllegungsbescheid, obwohl ein Konsortium die Strecke übernehmen und instand setzen wollte.