Wahlkreis Ebersberg/Erding:Bayernpartei will nach Berlin

Wahlkreis Ebersberg/Erding: Die Lehrerin Simone Binder (51) aus Grafing tritt bei der Bundestagswahl im September für die Bayernpartei als Direktkandidatin in Erding und Ebersberg an.

Die Lehrerin Simone Binder (51) aus Grafing tritt bei der Bundestagswahl im September für die Bayernpartei als Direktkandidatin in Erding und Ebersberg an.

(Foto: Christian Endt)

Kreisverbände Ebersberg und Erding nominieren Simone Binder

Die Bundespolitik wird bei der Bayernpartei zwar traditionell eher skeptisch gesehen, zur kommenden Bundestagswahl werden die Kreisverbände Ebersberg und Erding aber eine Direktkandidatin aufstellen. Am Sonntag wurde einstimmig Simone Binder aus Grafing für den aus den zwei Landkreisen bestehenden Wahlkreis nominiert. Aufgrund des Infektionsschutzes fand die Veranstaltung im Freien vor dem Berufsförderungswerk in Kirchseeon statt. Man habe den Internationalen Tag des Waldes "bewusst gewählt, um gleichzeitig auch zu dem bevorstehenden Ratsbegehren ,Windräder im Ebersberger Forst' öffentlichkeitswirksam zu informieren", heißt es in einer Pressemitteilung der Bayernpartei. Diese lehnt den geplanten Bau von fünf Windrädern im Forst ab.

Direktkandidatin Simone Binder, 51, ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und Lehrerin an der Mittelschule Markt Schwaben. Sie unterrichtet dort fast alle Fächer (Mathematik, Musik, Englisch, Sport, Schwimmen, Naturwissenschaften, Geografie, Biologie, Physik), vorrangig Deutsch als Zweit- oder Fremdsprache für Migranten und Flüchtlinge im Alter zwischen zehn und 16 Jahren. Binder hat die Wahl angenommen. Als "Frau aus dem Volk, die mit beiden Beinen im Leben steht" möchte sie sich für Bayern in Berlin einsetzen, "wo wir sonst nur belächelt oder kaum registriert werden". Kontrollierte Zuwanderung, Schutz der Grenzen, Sicherheit der Polizei und Atommülldepots in Bayern sind für sie wichtige Themen. Genau wie nachhaltige Landwirtschaft, Bildung, Natur-, Umwelt- und Tierschutz sowie bezahlbarer Wohnraum für Rentner und junge Familien aus ärmeren Schichten, damit diese aus finanziellen Gründen ihre Heimat nicht verlassen müssten. Auch für die älteren Mitmenschen, die in Heimen leben und "von der Politik vergessen werden" will sich die Kandidatin stark machen und ruft alle anderen Frauen auf, sich ihr anzuschließen und die Bayernpartei "zu einer echten Alternative im Politikgeschehen" zu machen.

Die Bayernpartei ist damit die mittlerweile siebte Partei, die für den Wahlkreis Erding-Ebersberg einen Direktkandidaten oder eine Kandidatin nominiert hat. Für die Grünen bewirbt sich Christoph Lochmüller, die SPD geht mit Magdalena Wagner ins Rennen und die FDP hat bereits im Oktober Marc Salih aufgestellt. Für die ÖDP tritt Charlotte Schmid, für die Linke Tobias Boegelein an, die Freien Wähler haben Birgit Obermaier aufgestellt, die bislang einzige Bewerberin aus dem Landkreis Erding. Daran dürfte sich nichts ändern, denn auch wenn die CSU noch nicht offiziell nominiert hat, gilt der Gewinner des Direktmandates bei der Wahl 2017, Andreas Lenz, als gesetzt.

© SZ vom 23.03.2021 / SZ
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