bedeckt München 20°

VHS Grafing:Alles im Wandel

Das Arbeiten und Unterrichten hat sich laut Martina Eglauer pandemiebedingt auch an der VHS Grafing drastisch verändert.

(Foto: Christian Endt)

"Wie wollen wir leben?", so lautet das neue Semesterthema in Grafing

Von Serafina Rumm, Grafing

2021 steht im Zeichen der Veränderung, Stichwort Corona-Krise und Klimawandel. All das hat wohl Anlass gegeben für das Schwerpunktthema "Wie wollen wir leben?" der Volkshochschule Grafing. Der Leitfaden soll jedenfalls auf die Wichtigkeit einer nachhaltigen Lebensweise im Bezug auf tragfähige Perspektiven für die Zukunft aufmerksam machen. In diesem Sinne gibt es aus Grafing für das kommende Frühjahr- und Sommersemester, trotz aktueller Schließung, ab März ein umfangreiches Programm. Die Auftaktveranstaltung am 10. März in der Stadtbücherei Grafing startet mit einem Vortrag von Michael Wigge: "Im Tauschrausch um die Welt" - eine Reise, die mit nur einem Apfel startete und allein durch Tauschhandel möglich gemacht wurde. Die Veranstaltung kann, wer will, auch ganz bequem von zuhause aus mitverfolgen, denn sie wird live im Internet übertragen.

Im Jahr 2021 blickt man außerdem auf eine 1700-jährige jüdische Geschichte zurück, was Anlass für das Extra-Thema: "Jüdisches Leben in Deutschland"gegeben hat: Mit Veranstaltungen zur jüdischen Kultur und Tradition schließt sich die Volkshochschule Beiträgen des Bayerischen Rundfunks an. So findet am 10. Mai im VHS-Gebäude in Grafing eine Lesungen jüdischer Autorinnen und Autoren zur Erinnerung an die Bücherverbrennungen 1933 statt. Außerdem gibt es am 28. April eine Veranstaltung zu Ulrich Chaussys neuem Buch "Das Oktoberfestattentat und der Doppelmord von Erlangen - Wie Rechtsterrorismus und Antisemitismus seit 1980 verdrängt werden", ein persönliches Highlight von Geschäftsführerin Martina Eglauer: "Ein wichtiges Thema und sehr spannend, muss ich sagen."

Aufgrund der Pandemie ist heuer für alle Vorträge eine Anmeldung erforderlich, selbst bei freiem Eintritt und bei Onlinekursen. Denn seit dem Frühjahr hat sich für die Volkshochschule das Unterrichten und Arbeiten drastisch geändert - auch die aktuelle Programmplanung sei "sehr schwierig gewesen", so Eglauer. Denn als im November Planungsschluss gewesen ist, wusste die Volkshochschule noch nichts vom derzeitigen Infektionsgeschehen: "Wir hoffen auf einen Semesterstart wie im Oktober, im Teillockdown", sagt die VHS-Leiterin, "Wenn der Präsenzbetrieb an den Schulen wieder startet, dürfen wir hoffentlich auch wieder unterrichten".

Für das nächste Semester hat die Volkshochschule ein Drittel ihrer Kurse in einem hybriden Modell geplant. Soll heißen, die Kurse können online oder vor Ort stattfinden: "Da können wir dann auch die Wünsche der Kursteilnehmer berücksichtigen." Im laufenden Semester würden 23,9 Prozent des Kursangebotes hybrid angeboten, so Eglauer. "Beim Studium Generale etwa werden sechs Gruppen online unterrichtet. Die anderen in Ebersberg, weil da der Raum groß genug für die Abstände ist." Von den im kommenden Semester insgesamt 870 geplanten Kursen sollen 109 im virtuellen Klassenzimmer stattfinden, viele Vorträge soll es zusätzlich als Live-Übertragung geben. Auch der Deutsch-Integrationskurs findet derzeit für die höhren Stufen online statt, lediglich Einstufungen sind momentan nicht möglich. Interessierte können sich aber weiterhin telefonisch unter (08092) 819 50 beraten lassen. Die VHS verleiht zudem gegen eine Kaution technische Ausrüstung wie PCs oder Tablets an Kursteilnehmer.

Für das neue Kursangebot und die Veranstaltungen der Vortragskarte kann man sich auch online, auf der Internetseite der VHS, anmelden. Nach dem einmaligen Kauf der Vortragskarte für 18 Euro kann man alle aufgelisteten Termine ksotenlos besuchen. Neu sind die "ISI-Schulungen" und die sogenannten "X-Pert-Online-Kurse" an der Grafinger Volkshochschule: Die Einzelschulungen im Onlineformat bieten individuelle und gezielte Weiterbildungen für Privatpersonen im beruflichen Kontext. Die X-Pert-Schulungen sind online jederzeit absolvierbar, denn sie sind auch ohne Referent möglich, außerdem lassen sich die Kurse sogar für ein Studium anrechnen.

© SZ vom 15.01.2021
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema