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Vaterstetten:Kritik an den Umfahrungskritikern

Der Schlagabtausch um die geplante Umfahrung Weißenfeld-Parsdorf geht weiter. In einer gemeinsamen Pressemitteilung haben die Sprecher der Gemeinderatsfraktionen von CSU, SPD und FDP, Michael Niebler, Sepp Mittermeier und Klaus Willenberg den Gegnern des Projekts nun den Versuch vorgeworfen, "demokratisch legitimierte Mehrheitsentscheidungen mit irgendwelchen reißerischen Behauptungen auszuhebeln". Zudem liege "Beratungsresistenz" vor.

Letzteres zielt auf Herbert Uhl von den Freien Wählern, der vorvergangene Woche erneut statt der Umfahrung eine Verlängerung der FTO nach Süden an die B304 und eine Verlegung der B471 gefordert hatte. Dies, so die Sprecher der umgehungsfreundlichen Fraktionen, sei weder sinnvoll - da "Untersuchungen renommierter Gutachter" zu dem Schluss kämen, dass dies keine "positive Wirkung auf das Verkehrsgeschehen in unserer Gemeinde hätten" - noch realistisch, da für keines der beiden von Uhl geforderten Projekte überhaupt Machbarkeitsstudien existierten.

Auch gegen die von FW und Grünen geäußerten Befürchtungen, durch die neuen Straßen im Norden nehme der Durchgangsverkehr in der Kerngemeinde zu, wenden sich die Fraktionssprecher: "Keine einzige Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass das der Fall sein wird." Die Vorwürfe der Grünen, die Umfahrung brächte nicht die versprochenen Entlastungen für die Ortschaften, nennen Niebler, Mittermeier und Willenberg "schon ein starkes Stück". Damit werde "den Behörden, Fachplanern und Gutachtern indirekt Unfähigkeit" attestiert und das trotz der "umfangreichen und gewissenhaften Planungen". Bei CSU, SPD und FDP verweist man auf die "auf Basis bewährter Verkehrsmodelle" erstellten Prognosen, die "eine Entlastung der Ortsdurchfahrten in Hergolding, Parsdorf und Weißenfeld von 65 bis 75 Prozent" vorhersagen.

Dass die Kosten der Umfahrung den Ausbau der Schulen gefährdeten sei ebenfalls nicht richtig, so Niebler, Mittermeier und Willenberg. Schließlich sei erst im April der Neubau der Turnhalle der Wendelsteinschule sowie die Erweiterung und Generalsanierung der Schule Brunnenstraße beschlossen worden: "Beide Maßnahmen kosten die Gemeinde deutlich mehr als die Ortsumfahrungen." Auch die Gefahr, dass man aus Geldmangel nur die ersten beiden Abschnitte der Straße baut, bestehe nicht, da alleine dafür 75 Prozent der Kosten anfielen und "jedem klar ist, dass nur die komplette Umfahrung die prognostizierte Verkehrsentlastung bringt".

© SZ vom 04.08.2020 / wkb

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