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Umstrittenes Bauwerk:Bröckelnde Treppe in Poing

Wegen Schäden ist einer der Zugänge zum Bahnsteig gesperrt

Von Johanna Feckl, Poing

Es liegt noch nicht einmal zwei Monate zurück, dass die neue Bahnhofsunterführung in Poing nach zwei Jahren Bauzeit und noch längerer Planungsphase eröffnet wurde - und doch musste nun ein Teil von ihr wieder gesperrt werden: An der nördlichen Treppe der Unterführung, die zum Bahnsteig für die Züge in Richtung München führt, sind an mehreren Stufen Teile des schwarzen Eckprofils herausgebrochen, wie Bürgermeister Thomas Stark (parteilos) mitteilte. Bis die Schäden behoben sind, soll die Treppe gesperrt bleiben. Voraussichtlich werden die Reparaturen bis zum Freitag, 26. Juni, andauern.

Am vergangenen Freitag hatte ein Mitarbeiter des Baubetriebshof die herausgebrochenen Teile am Abschluss einiger Stufen bemerkt und die Schäden der Rathausverwaltung mitgeteilt, wie Stark auf Nachfrage sagte. Der zuständige Planer hat die ausführende Baufirma Mayerhofer sowie die Bauüberwachung der Deutschen Bahn informiert und darum gebeten, die Mängel schnellstmöglich zu beheben. Wegen einer Verletzungsgefahr wurde die Treppe umgehend gesperrt. Die Rathausverwaltung bittet die Fahrgäste, bis dahin die alten Zugänge zum Bahnsteig zu benutzen.

Ob es sich um einen Material- oder einen Einbaufehler handelt, sei noch unklar, so der Bürgermeister weiter. Aktuell warte er auf eine entsprechende Rückmeldung von der Baufirma, die Rückschlüsse darüber geben soll, wie es zu diesem Mangel nach einer solch kurzen Zeit nach Fertigstellung des Baus kommen konnte. Die Standsicherheit der Treppe oder gar der daran angrenzenden Bereiche der Unterführung sei jedoch nicht beeinträchtig, so viel ist laut Stark sicher. Der Gemeinde entstehen durch die Sanierungsmaßnahmen keine Kosten, "das ist eine Gewährleistungsgeschichte".

Die Unterführung, die den südlichen mit dem nördlichen Ortsteil für Fußgänger und Radler verbindet, hat bereits für einige Kritik gesorgt. Zu viel versiegelte Fläche und schnödes Grau, zu wenig Ansehnlichkeit und schönes Grün. Das Rathaus gab daraufhin die Auskunft, dass ein Landschaftsarchitekt an einem Gestaltungskonzept arbeite. Dass die Unterführung so viel Raum einnimmt, habe Sicherheits- und Statikgründe.

© SZ vom 18.06.2020

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