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Stadtrat Ebersberg:Erleuchtung kennt kein Spardiktat

Bergmeister-Leuchten, hier im Ausstellungsraum der Firma, sind wegen ihrer Formen beliebt - in Ebersberg bald auch wegen ihrer Sparsamkeit.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Das Gremium lehnt eine Kürzung beim Budget für die LED-Umrüstung der Straßenlaternen ab, es bleibt bei 80 000 Euro

Trotz Corona-Wirtschaftskrise will die Kreisstadt ihr Umrüstungsprogramm für die Straßenbeleuchtung ohne Einsparung fortsetzen. Das ist das Ergebnis der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses. Dort hätte eigentlich eine Reduzierung des Budgets beschlossen werden sollen, die Stadträte votierten aber einstimmig gegen den Vorschlag der Verwaltung und die Einsparung.

Die über vier Jahre angelegte Umstellung der Straßenlaternen auf LED hat insgesamt ein Volumen von 500 000 Euro. Dem gegenüber steht eine nicht unerhebliche Einsparung, denn laut Verwaltung macht die Straßenbeleuchtung rund 16 Prozent des städtischen Stromverbrauches aus. Stand Ende 2019, vor Beginn des Lampentauschs, waren dies rund 100 000 Euro pro Jahr. Weshalb der Technische Ausschuss im vergangenen Jahr grünes Licht für neue Lampen gab. 2019 konnten bereits viele davon ausgetauscht werden, insgesamt 550 sogenannte "Brennstellen" wurden auf LED umgerüstet, was knapp 190 000 Euro gekostet hat.

Das Programm für 2020 sah ursprünglich die Umrüstung von 126 nach ihrem Designer benannten Bergmeister-Leuchten sowie weiterer Straßenlaternen vor. Der dafür eingeplante Haushaltsansatz betrug 80 000 Euro, die Verwaltung hatte nun vorgeschlagen, aufgrund der "pandemiebedingten Wirtschaftslage", nur 50 000 Euro auszugeben.

Dafür gab es fraktionsübergreifend Widerspruch. "Ich kann das nicht ganz nachvollziehen", sagte etwa Alexander Gressierer (CSU). Denn die LED-Umstellung sei etwas, das sich ökologisch wie ökonomisch rechne, darum sei es auch "eines meiner Lieblingsprojekte für den Klimaschutz". Den im Übrigen alle im Stadtrat vertretenen Parteien im Wahlkampf "mantra-artig" gefordert hätten, da könne man an der Stelle jetzt keine Abstriche machen. Gerd Otter (Pro Ebersberg) sah dies ähnlich: "die Reduzierung kann ich nicht nachvollziehen". Neben dem Nutzen für Klima und Stadtkasse sei der Einbau der sparsamen Leuchten auch für die örtliche Wirtschaft von Vorteil. Zumal die Lage so schnell nicht besser werde: "Nächstes Jahr haben wir sicher nicht mehr Geld."

Obwohl der Ausschuss beschloss, das Budget für 2020 bei 80 000 Euro zu belassen, ist nicht sicher, ob die Umrüstung im geplanten Umfang heuer stattfinden kann. Denn laut Klimaschutzmanager Christian Siebel ist das Vorhaben "zeitaufwendiger, als gedacht". Auf jeden Fall umrüsten könne man heuer die 126 noch nicht mit LED ausgestatteten Bergmeister-Leuchten. Dafür sind insgesamt 44 350 Euro veranschlagt, erwartet wird dadurch eine Kostenersparnis von 5461 Euro pro Jahr bei Strom und Wartung, so dass sich der Austausch der Leuchtmittel nach acht Jahren amortisiert hat.

Bei den Straßenlampen anderen Typs sei man noch dabei, die optimale Technik zu finden. Daraus ergebe sich dann auch, welche Fördermittel es für die Umstellung gebe und wie hoch der Zuschuss ausfällt. Trotzdem solle die Verwaltung versuchen, heuer möglichst viel umzurüsten, forderte Otter, "wir sollten umsetzen, was geht und die Haushaltsmittel optimal ausnutzen". Das forderte auch Christoph Münch (SPD). Wenn es mit der Planung Verzögerungen gebe, "ist es halt so", aber wenn man doch mehr machen könne, sollte auch das Budget dafür da sein, "sonst stellen wir uns selber ein Bein".

© SZ vom 30.06.2020

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