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Sitzung in Grafing:Lametta im Sommer

Grafinger Kulturausschuss berät über Weihnachtsmarkt

Von Thorsten Rienth, Grafing

Sich schon vor der Sommersonnenwende Gedanken über den Weihnachtsmarkt machen? In Grafing ist das inzwischen eine bekannte, wenn auch jedes Jahr etwas unwirkliche Übung. Die Planung braucht schlicht einige Monate Vorlauf. Zumindest deutet in diesem Jahr viel darauf hin, dass die Grafinger ihren Stadtrat nicht wieder zurückpfeifen müssen. An diesem Dienstag steht der Markt auf der Tagesordnung des Kultur- und Sozialausschusses.

Zur Erinnerung: Im Jahr 2018 waren einer Mehrheit um die CSU-Stadtratsfraktion die Marktplatz-Parkplätze wichtiger als der Weihnachtsmarkt. Wenngleich es nur um neun von mehr als 20 unmittelbaren Marktplatz-Parkplätzen ging, versagte sie dem Werbering die nötige Sondernutzungsgenehmigung. Auf maximal 14 Tage sollte das Markttreiben begrenzt werden, fünf Tage weniger als üblich. Gefallen ließen sich die Grafinger das nicht. Mit einer Mehrheit von mehr als 80 Prozent kippten sie den Beschluss per Bürgerentscheid. In den Jahren 2018 und 2019 konnte der Weihnachtsmarkt also stattfinden. Im vergangenen Jahr fiel er pandemiebedingt aus.

Nun, da es um die Fortführung der Sondergenehmigung in den Jahren 2021, 2022 und 2023 geht, scheint die Sache klar: Im Ausschuss steht die knapp drei Wochen lange Version zur Abstimmung. "Dies wurde so von Seiten der Stadtverwaltung, des Werberings und der beiden Marktleiter einstimmig beschlossen", heißt es in der Beschlussvorlage zur Sitzung. Dass die CSU-Fraktion ihren Bürgermeister zugunsten eines verkürzten Markttreibens zurückpfeift, dürfte unwahrscheinlich sein. So etwas ging vor drei Jahren bei einer Grünen-Bürgermeisterin freilich leichter.

Auch der Werbering ist sich seiner Sache recht sicher. Dass jemand den Markt verkürzen wolle, davon habe er noch nichts gehört, sagte der scheidende Werbering-Vorsitzende Peter Schölzel vor einigen Tagen im SZ-Gespräch. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Stadtrat den gleichen Fehler nochmal macht."

Marktstart ist jeweils am ersten Donnerstag im Dezember, Ende einen Tag vor Heiligabend. Beginn ist um 16 Uhr, wobei die beiden Parkplätze auf der Marktplatzinsel für Menschen mit Einschränkungen bis 18 Uhr freizuhalten sind. Schluss ist um 21 Uhr. Insgesamt 13 Verkaufshütten sind auf der Insel vorgesehen. Darunter sind auch einige, mit denen Grafinger Vereine zum Beispiel mit dem Verkauf von Glühwein ihre Kassen aufbessern können.

Die Sitzung am Dienstag beginnt um 19 Uhr, allerdings wegen der Stadthallen-Sanierung in der neuen Örtlichkeit "Kastenwirt".

© SZ vom 15.06.2021
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