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Schulferien im Kreis Ebersberg:"Wir hätten 1000 Möglichkeiten"

Ein Bild aus besseren Zeiten: Die Skatertage in Grafing fallen heuer wegen Corona definitiv aus, andere Veranstaltungen der Ferienprogramme finden online statt.

(Foto: Christian Endt)

Bedingt durch die Pandemie ist die Gestaltung der Ferienprogramme in den Kommunen des Landkreis Ebersberg in diesem Jahr ungewiss. Sicher ist aber bereits: Ein Teil wird wohl im Internet stattfinden

Von Esther Lärmer, Ebersberg

Natur, lachende Kinder, Zelten, Geschichten am Lagerfeuer - und am Abend fallen alle todmüde ins Bett, geschafft von der frischen Luft. So sehen für viele Kinder die Bilderbuch-Sommerferien aus. Ob die Ferien in diesem Jahr dem Idealbild gerecht werden ist "leider wegen Corona spannend", sagt Martha Golombek. Denn, so die Vaterstettener Jugendpflegerin, das Programm ist heuer abhängig von Inzidenzwerten und den bis dahin beschlossenen Maßnahmen.

Eigentlich soll es mit dem Programm für die Pfingstferien schon Ende des Monats losgehen. Viele der Aktionen sollen nach draußen verlegt werden. So organisieren die Veranstalter aus Vaterstetten eine Bergtour für ältere Jugendliche. "Es ist ein Outdoortag geplant, da kann man die Slackline auspacken", erzählt Golombek. Auch Aktivitäten wie Tischtennis stehen auf der Agenda - damit man den Abstand noch kontrollieren kann. Neben dem sportlichen gibt es ein kreatives Programm, bei dem die Kinder basteln oder T-Shirts bemalen und bedrucken dürfen. Das Highlight: Graffiti sprühen auf Leinwände.

"Die Teilnehmerzahl ist wegen Corona begrenzt", sagt Golombek. Die Veranstalter müssen sich auch noch informieren, ob für die Teilnahme ein negativer PCR-Test erforderlich ist. Beginnen soll das Ferienprogramm mit einem Ausflug in den Wildpark Poing. Falls dieser Programmpunkt allerdings nicht möglich ist, werde man mit den Kindern und Jugendlichen einen Ausflug in den Wald machen - auch dort gibt es einiges zu entdecken.

Das Erstellen eines Ferienprogramms verteilt sich auf die Schultern vieler Verantwortlicher, auch die Nachbarschaftshilfe in Vaterstetten schmiedet bereits Pläne. "Leider ist die Organisation in diesem Jahr mit vielen Hürden verbunden, aber wir machen es uns trotzdem schön", gibt sich die Jugendpflegerin optimistisch.

Weniger optimistisch klingt Erwin Mehl, Jugendpfleger in Aßling: "Wir müssen halt die Daumen drücken, dass wir überhaupt was machen dürfen." Auf Freizeiten und Campingausflüge werde man in diesem Jahr verzichten, sagt Mehl, denn das hätte einfach keinen Sinn. "Nächstes Jahr wieder", sagt er.

Der Vorsitzende des Vereins für Sport und Kultur in Zorneding Gerhard Wolf hat auch so seine Zweifel. Normalerweise könne man die sechs Wochen Ferien voll bespielen. Die Kinder werden ganztätig betreut. Sie können dann schon in der Früh gebracht werden und auch ein Mittagessen bekommen sie, wenn das etwa für berufstätige Eltern notwendig ist. "Letztes Jahr haben die Eltern coronabedingt Brotzeit mitgebracht", erzählt Wolf. Sonst bekamen die Kinder ein Mittagessen - doch wegen des Hygienekonzeptes war die Ausgabe nicht möglich. Auch viele Aktionen sind geplant, wie etwa das Bauen von Holzhütten aus Europaletten oder ein Tagesausflug in den Wildpark Poing. Ein Workshop mit einem Fotografen zum Thema Bildbearbeitung oder ein Kurs zu Lego-Technik wären geplant. "Wir hätten 1000 Möglichkeiten", führt Wolf aus.

Der Bürgermeister von Grafing, Christian Bauer, steht ebenfalls vor der Herausforderung, dass sich Inzidenzwerte nur schwer vorhersagen lassen. Trotzdem möchte man ein Sommerferienprogramm für die Kinder planen. Viele Aktivitäten sind an der frischen Luft geplant: Tennisspielen, Fußball oder wenn möglich auch ein Tag bei der Feuerwehr. Die traditionellen Skatertage, die man immer zusammen mit den Aßlingern abgehalten hatte, sind in diesem Jahr jedoch leider abgesagt. "Drinnen wird es schwer möglich sein", gibt er zu bedenken. Die detaillierte Organisation anderer Ferienaktivitäten in Zusammenarbeit mit den ansässigen Vereinen, wie etwa dem TSV Grafing, EHC Klostersee oder Atteltaler Trachtenverein stehe jedoch noch aus.

Auch in Poing wird emsig daran gearbeitet ein Ferienprogramm auf die Beine zu stellen. "Wir haben uns entschieden, zweigleisig zu fahren", sagt Martina Venus, sie ist Jugendpflegerin in Poing. Zum einen gibt es Internetangebote, etwa Online-Escape-Games oder ein Rock'n-Roll-Schnuppertraining. Andere Workshops finden in Präsenz statt und sind somit abhängig von der Inzidenz. Künstler und Vereine unterstützen das Programm. "Viele haben schon davor mitgewirkt", sagt Venus. Einige hätten die Onlineoption ebenfalls wahrgenommen. Den Veranstaltern war es wichtig, diese beiden Möglichkeiten zu haben. "Damit sich unsere Kinder und Jugendliche nicht langweilen müssen in den Ferien, sondern eine Angebot haben", so Venus.

© SZ vom 04.05.2021
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