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Poing:Regional, saisonal, ohne Plastik

Maria Lindner

Maria Lindner hat mit sechs weiteren Personen die Initiative für den Unverpackt-Laden gestartet.

(Foto: Privat/oh)

Die Zustimmung für einen Unverpackt-Laden in Poing scheint groß zu sein. Die Initiatoren planen mit einer Eröffnung zum Jahresbeginn 2022.

Von Johanna Feckl, Poing

Ein Kundenstamm von mehr als 400 Leuten - und das ein gutes halbes Jahr vor der Eröffnung. Was fantastisch klingt, legt eine Umfrage zum geplanten neuen Unverpackt-Laden in Poing nahe. Teilgenommen haben zwischen 700 und 860 Menschen, es ging um die Pläne, mit einer Genossenschaft in der Gemeinde einen Unverpackt-Laden sowie ein an das Geschäft angeschlossenes Café zu eröffnen. Die Ergebnisse zeigen: Die Idee stößt auf große Begeisterung, mehr als 50 Prozent der Befragten würden etwa einmal pro Woche einen Einkauf in dem Geschäft erledigen. Die Initiatoren planen eine Eröffnung zum Jahresbeginn 2022 - dass der Landkreis neben Zorneding bald einen zweiten Unverpackt-Laden bekommt, ist damit so gut wie sicher.

"Wir waren sehr positiv überrascht von dieser großen Resonanz", sagt Maria Lindner. Die 30-Jährige ist eine von insgesamt sieben Frauen und Männern aus Poing, Markt Schwaben, Anzing und Walpertskirchen im Kreis Erding, die die Initiative "Poing unverpackt" ins Leben gerufen haben. Knapp zwei Wochen hatten Interessierte die Möglichkeit, online an einer Befragung mit insgesamt 16 Fragen teilzunehmen.

Besonders bestärkt hat die Initiatoren der Zuspruch auf die Frage, ob Interesse am Kauf von Genossenschaftsanteilen besteht: 80 Teilnehmende (elf Prozent) haben zugesagt, immerhin 321 (45 Prozent) können es sich vielleicht vorstellen. "Ein Klick heißt zwar noch lange nicht, dass es tatsächlich dann auch so gemacht wird", sagt Maria Lindner. "Aber bei einer solchen Menge an Menschen war das trotzdem für uns der Punkt, an dem wir dachten: Wow, die Leute haben Bock drauf und wollen unsere Idee wirklich unterstützen."

Darüber hinaus empfand das Unverpackt-Team den Wohnort der Befragten als interessant. Mit knapp 64 Prozent leben die meisten in Poing, aber auch rund 25 in angrenzenden Orten und fast elf Prozent in ganz anderen Gemeinden. "Es ist schön, dass nicht nur Poinger das Angebot wahrnehmen würden", so Lindner. Die meisten der Befragten wohnen in einem Zwei- bis Drei-Personenhaushalt (50 Prozent) oder in einem Vier- bis Sechs-Personenhaushalt (40 Prozent). Mit fast 70 Prozent ist der überwiegende Teil berufstätig. 35 Prozent sind zwischen 36 und 45 Jahre alt, 25 Prozent zwischen 26 und 35 Jahre alt und 18 Prozent zwischen 46 und 55 Jahre alt.

44 Prozent der Befragten gaben an, ihnen sei Regionalität der Produkte im Unverpackt-Laden, 41 Prozent fanden sie sogar sehr wichtig. Auch Saisonalität der Waren beurteilten 49 Prozent als wichtig, 38 Prozent ein Bio-Label, 35 Prozent fanden das immerhin noch bedingt wichtig. Die absolute Mehrheit möchte am liebsten auf fair gehandelte Produkte zurückgreifen; 48 Prozent bewerteten diesen Punkt als wichtig, 35 Prozent als sehr wichtig. Außerdem sind knapp für 59 Prozent der Umfrageteilnehmer Parkplätze wichtig, für 52 Prozent Pfandglasbehälter.

Um die 300 E-Mails haben die Initiatoren während des Zeitraums, in dem die Umfrage aktiv war, erreicht. Manche Absender wollten die Idee loben und das Team bestärken, andere hingegen Anregungen geben und einige möchten auch Teil des Initiatoren-Teams werden. "Das ist eine große Aufgabe, alle nun entsprechend ihren Fähigkeiten zu koordinieren", sagt Maria Lindner. Gesucht werden aber immer noch Interessierte mit Kenntnissen in Steuer- und Rechtsangelegenheiten - und auch Handwerker und Architekten werden einmal benötigt werden.

Und wie geht es nun weiter? Nach der Auswertung der Umfrage stecken die Initiatoren schon mitten in den Vorbereitungen zu einer Info-Veranstaltung, wo die nächsten konkreten Schritte besprochen werden sollen. Vielleicht kann dann auch ganz offiziell die Genossenschaft gegründet werden - hier gibt es einiges, was zuvor zu erledigen ist, wie etwa die Ausarbeitung einer Genossenschaftssatzung. "Leider gehen unsere Pläne ein wenig langsamer voran als gedacht", so Maria Lindner. "Die meisten von uns arbeiten ja auch noch, einige haben Kinder." Die Unverpackt-Initiative ist für sie alle ein zusätzliches Projekt - aber deshalb nicht weniger wichtig.

Die Info-Veranstaltung findet online statt am Donnerstag, 1. Juli, Beginn ist 19.30 Uhr. Anmeldung per E-Mail an info@poing-unverpackt.de. Weitere Infos gibts unter poing-unverpackt.de

© SZ vom 21.06.2021
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