Neubau soll im Herbst 2021 bezogen werden Mehr Licht

Seit 25 Jahren kümmern sich die Sozialen Dienste in Vaterstetten um Menschen mit psychischen Problemen, inzwischen wird der Platz knapp.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Die Sozialen Dienste in Vaterstetten wollen an der Johann-Sebastian-Bach-Straße ein neues Wohnhaus für ihre Klienten bauen. Der zuständige Ausschuss des Gemeinderates gibt dem Vorbescheid nun statt - mit einer Einschränkung

Von Wieland Bögel, Vaterstetten

Gleich doppelt Grund zum Feiern gibt es bei den Sozialen Diensten in Vaterstetten. Zum einen, weil die Einrichtung, die sich um Menschen mit psychischen Einschränkungen kümmert, heuer einen runden Geburtstag feiert. Vor fast genau 25 Jahren wurde der Verein Soziale Dienste gegründet, Ende 1994 konnte das Haus an der Dorfstraße in Vaterstetten bezogen werden. Ein Vierteljahrhundert später ist dieses längst zu klein geworden, weshalb die Sozialen Dienste, seit 2005 eine gemeinnützige GmbH, ein neues Wohnhaus bauen lassen wollen. Dem Vorhaben hat der Bauausschusses des Vaterstettener Gemeinderates nun zugestimmt.

Bereits seit einigen Jahren sind der Gemeinderat und seine Ausschüsse mit dem Projekt befasst. Vor zwei Jahren wurde der entsprechende Bebauungsplan für das an der Johann-Sebastian-Bach-Straße gelegene Grundstück aufgestellt, wo neben einem neuen Wohngebiet auch das neue Haus an der Dorfstraße entstehen soll. Dies ist laut den Sozialen Diensten aus mehreren Gründen nötig. So sei das bestehende Wohngebäude zu klein und entspräche auch von der Ausstattung nicht mehr den Vorgaben für eine therapeutische Einrichtung. Außerdem laufe der Mietvertrag im kommenden Jahr aus. Bestehen bleiben sollen aber die Werkstätten und auch die Verwaltung bleibe in ihren derzeitigen Räumlichkeiten. Weshalb die neuen Wohnungen für die Betreuten nicht zu weit davon entfernt liegen sollten.

Geplant ist nun, südlich des Parsdorfer Weges einen Neubau entlang der Johann-Sebastian-Bach-Straße zu errichten. In dem zweistöckigen Gebäude sollen einmal etwa 60 Bewohner einziehen. Damit diese in ihren Zimmern auch genügend Tageslicht haben, hatten die Sozialen Dienste eine Änderung des Bebauungsplans angefragt. Dieser sieht eigentlich Dachgauben von vier Metern Breite in einem Abstand zur seitlichen Dachkante von drei Metern vor. Die Antragsteller würden lieber schmalere Gauben bauen, dafür aber näher an der Dachkante. Damit könnten die Zimmer im zweiten Stock "natürlich belichtet" werden, so die Begründung. Dieser folgte die Bauverwaltung ebenso wie die Mehrheit des Gremiums.

Keine Zustimmung gab es dagegen auf die Anfrage, ob eine zusätzliche Erschließung des Neubaus durch einen Fußweg Richtung Johann-Sebastian-Bach-Straße möglich sei. Diese habe man in der Planung bewusst ausgeschlossen, so die Stellungnahme der Verwaltung. Die Zugänge und -fahrten für sämtliche Gebäude in dem neuen Baugebiet sollten über Anliegerstraßen in dem Gebiet selbst erfolgen. Grund ist, dass man im Bauamt Verkehrsbehinderungen auf der Johann-Sebastian-Bach-Straße befürchtet - auch durch Fußwege. Diese könnten dann von Lieferanten genutzt werden, die ihre Fahrzeuge dazu "wild" an der Straße abstellen. Darunter leide sowohl "die Leichtigkeit und Sicherheit des Verkehr" als die Grünanlagen, wenn diese mit Autos vollgestellt würden.

Voraussichtlich gegen Ende dieses Jahres sollen alle Formalien abgeschlossen und auch die Wasser- Kanal- und Elektroanschlüsse auf dem Grundstück fertig sein, erwartet Barbara Portenlänger-Braunisch, Geschäftsführerin der Sozialen Dienste. Gebaut werden soll das neue Haus dann vom kommenden Frühjahr an, man plane im März 2020 mit den Aushubarbeiten zu beginnen. Portenlänger-Braunisch rechnet mit einer Bauzeit von etwa eineinhalb Jahren, voraussichtlich im August könnte das Haus fertig sein, der Einzug der Bewohner ist dann bis Oktober geplant. So lange werde man das bestehende Wohngebäude auch noch nutzen können, sagt Portenlänger-Braunisch, der Vertrag könne wohl um ein Jahr verlängert werden.