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Mitten in Zorneding:Schweinerei mit Semmel-Gate

Die Statistik der örtlichen Polizei ist um einen kuriosen Fall reicher - dabei geht es, unter anderem, um die Wurst

ass die Natur ihrer Schöpfung einen Hang zu verwegenem bis schweinischem Gehabe mitgegeben hat, lässt sich in Polizeiberichten besonders lebhaft verfolgen. Man denke an die Diebe, die auf dem Ebersberger Friedhof Kupfer von der Aussegnungshalle gestohlen haben. Oder den Fahrgast, der sich bei Kontrolleuren mit türkischen Wurzeln beschwerte, ,,dass die Ausländer hier Sheriff spielen". Oder gar an das aus dem Forst ausgebüxte Wildschwein, das so manchen Pöringer in Angst und Schrecken versetzt.

Mit zumindest einer Art der Schweinerei hat auch die neueste Zornedinger Geschichte zu tun, die jetzt die hiesigen Behörden beschäftigt. In einem Pöringer Waldstück nahe der Bahntrasse hat ein Unbekannter nämlich zuletzt immer wieder Semmeln verstreut - belegt mit Camembert, Salami, Leberkäse. Körbeweise deftige Brotzeiten, wie Perlen vor die Säue geworfen. Beziehungsweise vor die Hunde. Deren Leinenträger finden die Aktion gar nicht lustig, dem ein oder anderen Waldi sollen die mundgerechten Mahlzeiten gar an den Hundemagen gegangen sein.

Wer könnte dahinterstecken? Ein Hundehasser? Oder ein Wildschweinfreund? Während sich die Verschwörungstheoretiker in einer Zornedinger Facebookgruppe verbale Schweinereien ("ewiger Stänkerer") um die Ohren hauen, steht fest: Die Polizei ist dem Semmel-Gate bereits gewissenhaft nachgegangen und auf einen Tatverdächtigen gestoßen. Den erwartet nun ein Ordnungswidrigkeitsverfahren inklusive Bußgeld vom Landratsamt - schließlich könnte durch Wurstwaren aus Osteuropa die Afrikanische Schweinepest verbreitet werden. Vielleicht verschwindet mit den Semmeln ja nun auch das ausgebüxte Wildschwein - es wäre immerhin eine Schweinerei weniger.