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Mitnichten harmlos:Drei weitere Masern-Fälle

Masern-Welle in Ebersberg: Zwei junge Erwachsene müssen sogar ins Krankenhaus. Damit liegt die Zahl der Fälle nun bei 14.

Übers Wochenende sind laut Hermann Büchner, Leiter des Ebersberger Gesundheitsamtes, weitere drei Menschen im Landkreis an Masern erkrankt. Zwei von ihnen befinden sich im Krankenhaus. Damit liegt die Zahl der Fälle nun bei 14. Zu den Betroffenen gehört ein eineinhalb Jahre alter Junge aus dem Raum Steinhöring, wo bereits mehrere Fälle gemeldet worden waren. Bei den anderen beiden Erkrankten handelt es sich um junge Erwachsene: ein 19-Jähriger aus Vaterstetten und eine 21-Jährige aus Markt Schwaben. "Bei diesen beiden können wir nicht sagen, wo sie sich angesteckt haben", erklärt Büchner. Rätselhaft sei vor allem die Infektion des Mädchens, denn dies sei der erste Fall im nördlichen Landkreis. Am Beispiel der zwei jungen Erwachsenen lässt sich auch erkennen, dass Masern mitnichten harmlos sind: Beide mussten stationär im Krankenhaus aufgenommen werden, weil ihr Gesamtzustand "sehr schlecht" war. "Sie litten unter hohem Fieber und Kreislaufbeschwerden, aber mittlerweile geht es ihnen schon wieder ein bisschen besser", so der Chef des Gesundheitsamtes. Weitere Komplikationen im Sinne einer Enzephalitis (Gehirnhautentzündung) habe es Gott sei dank nicht gegeben.

Vor diesem Hintergrund appelliert Büchner an die Bevölkerung, vor allem an alle nach 1970 Geborenen, ihre Impfpässe zu überprüfen und sich gegebenenfalls gegen Masern impfen zu lassen. "Der Vaterstettener war einmal geimpft, aber das reicht eben nicht - es müssen zwei Dosen sein", erklärt der Amtschef. Erfreulich sei, dass aus der Kinderkrippe in der Von-Feury-Straße in Ebersberg, wo wegen zweier Masern-Fälle ein Betretungsverbot für Ungeimpfte besteht, bislang keine weiteren Infektionen gemeldet wurden. "Allerdings muss man noch abwarten, denn die Inkubationszeit dauert 14 Tage." Meldepflichtig ist die Krankheit seit 2001. Zu einer Häufung von Erkrankungen im Landkreis kam es zuletzt 2007, danach gab es keine Fälle mehr. Die aktuelle Masern-Welle begann Mitte Mai.

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