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Markt Schwaben:Einblicke ins Arbeitsleben

Ausbildung, Studium oder lieber weiterführende Schule? Bei der Berufsmesse in Markt Schwaben informierten sich 750 Schüler über ihre Zukunftsperspektiven

"Und was willst du nach der Schule machen?" ist eine Frage, die Schüler spätestens von der neunten Klasse an regelmäßig zu hören bekommen. Bei der Berufsmesse in der Mittelschulturnhalle in Markt Schwaben hatten Schüler der Seerosenschule Poing, der Mittel- sowie Realschulen Poing und Markt Schwaben und des Franz-Marc-Gymnasiums die Gelegenheit, der Antwort auf diese Frage etwas näher zu kommen.

So wie Virginie und Carla. Beide gehen in die zehnte Klasse der Realschule Markt Schwaben. Die Berufsmesse halten sie für sinnvoll. "Man muss einfach selber schauen, wofür man sich interessiert", sagt Virginie. Die 15-Jährige hat schon einmal ein Praktikum in einer Kindertagesstätte gemacht und könnte sich vorstellen, auch künftig diesen Weg einzuschlagen. Ihre Freundin Carla erzählt: "Ich denke, ich möchte mit der Fachoberschule weitermachen." Momentan ist aber für beide wichtig, die Abschlussprüfungen dieses Jahr gut zu meistenr. Das Thema Berufsfindung ist für sie vor allem in der neunten Klasse wichtig geworden. "Aber die Berufsmesse ist eine gute Idee, um noch mal einen Überblick zu bekommen", findet Carla.

"Die Rückmeldungen, die wir von Schülern und Firmenvertretern bekommen, sind sehr positiv", bestätigt Lidija Sturman von der Jugendhilfe Oberbayern. Sie gehört zum dritten Mal in Folge zum Organisationsteam der Berufsmesse. Diese wurde dieses Jahr erneut in Kooperation zwischen den Schulen in Poing und Markt Schwaben mit der Unterstützung der Jugendsozialarbeiter der Stadt Poing sowie der Jugendhilfe Oberbayern organisiert. "Die Berufsmesse ist für die Schüler wichtig, weil sie direkten Kontakt mit verschiedenen Firmenvertretern bekommen", sagt Sturman. Zirka 750 Schüler sind in diesem Jahr bei der Berufsmesse dabei. Aber auch für die Firmenvertreter sei die Berufsmesse nicht uninteressant, so Sturman: "Erfahrungsgemäß nehmen Firmen gerne an der Messe teil." Der organisatorische Aufwand sei natürlich recht groß, lohne sich aber ohne jeden Zweifel.

Bei der Berufsmesse erhalten die Schüler Informationen.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Im Vergleich zum vergangenen Jahr ist das Firmenangebot der Messe noch größer geworden: Selbst nach dem kurzfristigen Ausfall von zwei Betrieben sind immer noch 49 Firmen vertreten. "Natürlich achten wir darauf, vor allem für unsere Schüler interessante Firmen einzuladen", erzählt Sturman. Es sind nicht nur Ausbildungsbetriebe wie die Kreissparkasse Ebersberg, Daimler oder die Baywa AG vertreten. Auch das Sprachinstitut Global Education und die Hochschule München stehen mit Informationen für die Schüler bereit.

Gunda Winkler war 25 Jahre lang Lehrerin an der Berufsschule Schloss Zinneberg. Für die Berufsmesse steht sie gerne wieder zur Verfügung. "Natürlich bin ich überzeugt von unserem Konzept - sonst wäre ich heute ja nicht hier", betont sie. Das Besondere an Schloss Zinneberg sei, dass die Schüler in kleineren Klassen so intensiv betreut werden, dass man aus jedem Einzelnen "die Interessen und Talente herauskitzeln" könne. Sehr viele Jugendliche seien bei der Messe an ihrem Stand stehen geblieben, um sich zu informieren. "Wir haben eine Vermittlungsquote von 90 Prozent für die Schüler, die ihr Berufsvorbereitungsjahr bei uns gemacht haben", so Winkler. "Das ist nicht nur für die Schüler interessant, die an anderen Schulen als leistungsschwach eingeschätzt werden."

Am Stand von Schloss Zinneberg gibt es auch Kuchen.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Auch die Gymnasiasten Manuel und Marc schauen sich in Ruhe auf der Messe um. Marius kann sich vorstellen, nach dem Abitur Sportwissenschaften zu studieren: "Das ist ein bisschen zu speziell für die Messe, deshalb gibt es hier jetzt nichts, was für mich so interessant ist." Dennoch sei die Messe eine gute Gelegenheit, sich ein bisschen zu informieren, wirft Manuel ein: "Man bekommt halt bei den Ständen einen ganz guten Einblick in die Betriebe", so der 15-Jährige. Er wisse noch nicht genau, welchen Beruf er sich vorstellen könnte, "irgendwas mit Technik wahrscheinlich". Auch nächstes Jahr soll die Berufsmesse wieder zustande kommen, voraussichtlich dann wieder in Poing.

© SZ vom 06.10.2015
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