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Lokale Energiewende:Dran bleiben und konkret werden

Markt Schwaben und Poing haben erste kleine Schritte zur Energiewende im Ort getan

Der Klimawandel ist bekannterweise ein globales Problem - gleichwohl aber nicht minder ein lokales Problem. Allein deshalb, weil man die Auswirkungen der Klimakrise durch Stürme, Hitzewellen und Schädlingsinvasionen praktisch vor der eigenen Haustür sieht. Und wie es scheint, hat sich diese Erkenntnis zuletzt in der Region herumgesprochen. Die zu Ende gehende politische Woche im Landkreis Ebersberg lässt diesen Rückschluss aus zweierlei Gründen zu: Sowohl die Gemeinde Markt Schwaben als auch Nachbar Poing haben einen Schritt getan, um die Energiewende im Ort voranzubringen. Es sind zwei eher kleine Schritte. Dafür gehen sie in eine eindeutige Richtung.

Markt Schwaben hat sich per Gemeinderatsbeschluss dazu verpflichtet, künftig jeden Antrag auf seine Klimaverträglichkeit hin zu testen und entsprechend zu kennzeichnen. So ähnlich also, wie es in Poing bereits umgesetzt wird. Dort hat der Gemeinderat am Donnerstagabend beschlossen, den gemeindeeigenen Fuhrpark mit seinen 38 Fahrzeugen und elf Fahrrädern auf nachhaltige Antriebe umzustellen. Drei Autos und elf Räder sind bereits elektrisch, Hybrid- oder von Muskelkraft angetrieben, 35 Kraftfahrzeuge haben hingegen noch Diesel- oder Benzinmotoren. Im Antrag ist nicht definiert, wie lange es dauern darf, bis die Umrüstung vollzogen ist. Stattdessen steht dort, dass in jedem Einzellfall eine Abwägung zwischen finanzieller Rentabilität und Klimaverträglichkeit getroffen werden muss.

Beide Beschlüsse, in Markt Schwaben wie in Poing, sind Absichtserklärungen, die den globalen Klimawandel ins lokale Bewusstsein rücken. Glaubt man der sehr glaubhaften Klimaforschung, sind das zwei Schritte in eine bessere Zukunft. Es sind zwei kleine Schritte zweier großer Gemeinden im Landkreis Ebersberg. Nicht weniger - aber auch nicht mehr. Konkret umgesetzt ist deswegen nämlich noch nichts. Weder wird durch den Beschluss in Markt Schwaben eine Anlage für Windenergie gebaut, noch in Poing ein alter Rathaus-Diesel durch ein Elektroauto ersetzt. Deswegen müssen die Bürger ihre kommunalen Gremien in die Verantwortung nehmen - und notfalls an ihre Beschlüsse aus der 43. Kalenderwoche 2019 erinnern. Andernfalls: Sollten die nächsten Schritte ausbleiben, waren beide Anträge nichts anderes als Energieverschwendung.