Kirchseeon:Ein Ingenieur wird Diakon

Kirchseeon: Walter Eberwein hat viel Zeit investiert, um sein Ziel zu erreichen. Es habe sich gelohnt, sagt er.

Walter Eberwein hat viel Zeit investiert, um sein Ziel zu erreichen. Es habe sich gelohnt, sagt er.

(Foto: privat)

Walter Eberwein wird am Samstag in St. Josef geweiht

Als ihm ein Freund von der Idee erzählte, nebenberuflich als Diakon tätig zu sein, war Walter Eberwein gefesselt. Diesen "unbekannten Weg", wie er die Ausbildung nennt, fand er interessant. Lange Zeit war der aus dem Rhein-Neckar-Kreis stammende Ingenieur unsicher, ob er seinen Beruf, die Familie und das Diakonat unter einen Hut bekommen kann. Doch als er bemerkte, dass er in seinem Beruf oft mit Kollegen über private Probleme spricht und es ihm Spaß macht, anderen zu helfen, begann er, sich intensiver damit zu beschäftigen. Schließlich fasste er den Entschluss, die Ausbildung anzutreten. In den nächsten sieben Jahren erwarteten ihn ein Fernstudium in Theologie, ein Grund-, sowie ein Aufbaukurs und viele Seminare. Oft musste sich Eberwein Urlaub nehmen oder sein Wochenende dafür entbehren. "Ohne die Unterstützung und das Verständnis meiner Frau hätte ich diesen Weg niemals gehen können", sagt er.

Diese ganze Zeit, die er investierte, war "gewinnbringend". so Eberwein, die Dankbarkeit der Menschen gleiche den Stress wieder aus. "Der Job gibt einem einfach viel zurück, das sind nicht nur hohle Worte", sagt Eberwein. In Zukunft wird er zwischen sechs bis acht Stunden in der Woche als Diakon in der Pfarrei St. Josef in Kirchseeon tätig sein. Besonders freue er sich auf die Jugend- und Familienarbeit. Seinen Fokus wolle er darauf legen, mehr Angebote für Kinder und Jugendliche zu stellen, um den Kirchenbesuch für diese attraktiver zu gestalten. Es sei schade, die meisten Jugendlichen nach der Firmung zu verabschieden und erst bei der Trauung wiedersehen zu können.

Seine Arbeit als Diakon nimmt der 51-Jährige überall hin mit, ob zu seiner Arbeit als Abteilungsleiter oder nach Hause zu seinen drei Kindern und seiner Frau. Den Diakon lege er niemals ab, sagt er, was für viele seiner Kollegen in seinem Zivilberuf wertvoll sei. Das sei nicht nur für sie eine Bereicherung, sondern auch für Eberwein, welcher lange damit kämpfte, die Spannungen zwischen dem Christentum und der Arbeitswelt zu vereinigen. "Ich will zeigen, dass man nichts aufgeben muss, um seinen Glauben ausleben zu können." Seinen ersten Einsatz als Diakon hat Eberwein beim Familiengottesdienst am 2. Oktober um 18.30 Uhr in St. Josef in Kirchseeon haben. An diesem Tag werden neben Eberwein sechs weitere Diakone geweiht.

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