Jobs im Landkreis Ebersberg:Deutlich mehr Arbeitslose

Grünflächensanierung in München, 2020

Im Winter ist auf Baustellen und in anderen Außenberufen weniger los, was sich auf die Arbeitslosenquote auswirkt.

(Foto: Robert Haas)

Quote im Landkreis steigt im Januar auf 2,9 Prozent, die Zahl der Stellenangebote stagniert

Von Wieland Bögel, Ebersberg

Die Zahl der Landkreisbürger ohne Arbeit hat sich im Januar deutlich vergrößert. Aktuell sind bei der auch für Ebersberg zuständigen Agentur für Arbeit in Freising 3697 Personen als arbeitssuchend registriert. Anspruch auf Arbeitslosengeld haben im Landkreis Ebersberg 2338 Personen, die Quote liegt damit aktuell bei 2,9 Prozent. Im Dezember hatte die Arbeitslosenquote noch einen halben Prozentpunkt niedriger gelegen, vor einem Jahr betrug sie noch 2,1 Prozent.

Diese Entwicklung verzeichnet die Agentur, die neben Ebersberg und Freising noch die Kreise Erding und Dachau betreut, für ihren gesamten Zuständigkeitsbereich. Für alle vier Kreise zusammen errechnet sich eine Quote von 3,1 Prozent, auch dies ist ein halber Prozentpunkt mehr als im Dezember 2020 und 0,8 Punkte mehr als im Januar des Vorjahres. Am stärksten fiel der Anstieg in den Landkreisen Freising und Dachau aus, hier stieg die Quote um jeweils 0,6 Punkte auf nun 3,3 Prozent. In Erding liegt sie mit drei Prozent, auch hier gab es einen Anstieg um einen halben Punkt, ebenfalls höher als im Landkreis Ebersberg.

Laut Nikolaus Windisch, Chef der Agentur für Arbeit Freising, gibt es zwei Gründe für diese Entwicklung. Zum einen natürlich die Corona-Krise, die weiterhin "erhebliche Auswirkungen auf den regionalen Arbeitsmarkt" habe. Zum anderen sei ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen "sehr typisch für diese Jahreszeit", so Windisch. Unternehmen in den witterungsabhängigen Branchen sähen sich in der kalten Jahreszeit oftmals gezwungen, ihren Betrieb stark einzuschränken und teilweise auch Personal zu entlassen. Windisch verweist in diesem Zusammenhang auf das Saison-Kurzarbeitergeld, dadurch könnten trotz Auftragsmangel und Arbeitsausfällen während des Winters die Angestellten weiter beschäftigt und dem Betrieb als qualifiziertes Personal erhalten bleiben.

Im Zusammenhang mit Corona scheint die Kurzarbeit von vielen Firmen genutzt zu werden: Von März 2020 bis Januar 2021 stellten bei der Agentur für Arbeit Freising rund 7400 regionale Betriebe für rund 104 500 Mitarbeiter vorsorglich Anzeigen auf Kurzarbeitergeld. Die aktuellsten vorliegenden Zahlen zur tatsächlichen Kurzarbeit sind von September 2020, damals waren 1907 Betriebe und 24 426 Beschäftigte betroffen. Für den Landkreis sind die aktuellsten Zahlen aus dem August, da wurde in 457 Unternehmen kurzgearbeitet, 3210 Mitarbeiter waren betroffen.

Wer derzeit einen neuen Job sucht, hat deutlich weniger Auswahl, als noch vor einem Jahr. So lagen der Arbeitsagentur für Januar 2020 noch 1219 Stellenangebote vor, aktuell sind es nur 1096. Ebenfalls gesunken ist der Zugang an neuen Arbeitsstellen, im Januar wurden der Agentur insgesamt 206 gemeldet, im Dezember waren es noch 252. Dafür waren Ende 2020 insgesamt noch 60 offene Stellen weniger gemeldet.

In allen vier Landkreisen suchen Firmen derzeit über die Arbeitsagentur nach insgesamt 3594 neuen Mitarbeitern, das sind neun Stellenangebote weniger als noch im Vormonat und 1061 weniger, als vor einem Jahr. Im Berufssegment Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit waren Ende Januar 813 Stellen vakant. Das produzierende Gewerbe suchte Mitarbeiter für 769 Arbeitsstellen. Im Berufsbereich Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung wurde im Januar Personal für 576 Stellen nachgefragt.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Arbeitsort in den Landkreisen Freising, Erding, Dachau und Ebersberg stagniert derweil. Die neuesten Auswertungen zeigen einen leichten Rückgang der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zwischen Juni 2019 und Juni 2020 in den vier Landkreisen um 809 Personen auf insgesamt 215 530 Beschäftigte. Dies entspricht einem Rückgang von 0,4 Prozent.

In Ebersberg blieb die Zahl weitgehend konstant, im untersuchten Zeitraum stieg sie sogar ganz leicht um drei auf nun 41 635 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Den stärksten Zuwachs absolut gab es in der Branche Immobilien, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen zu verzeichnen, hier sind es 383 Beschäftigte mehr. Demgegenüber stellte sich die Entwicklung im Handel inklusive Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen mit einem Rückgang um 348 Beschäftigten am ungünstigsten dar.

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