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Immer mehr Anmeldungen:Es wird knapp

Voraussichtlich 163 junge Ebersberger werden von Herbst an einen der Kindergärten in der Stadt besuchen - wenn es bis dahin genug Plätze gibt.

(Foto: Christian Endt)

Bis zum Herbst muss die Stadt Ebersberg die Zahl der Kindergartenplätze noch aufstocken

Würde das neue Kindergartenjahr sofort anfangen, wären etliche Eltern in Nöten: Denn Stand jetzt fehlen in der Kreisstadt noch 40 Kindergartenplätze, wie in der Umwelt-, Sozial- und Kulturausschusssitzung des Stadtrats nun bekannt wurde. Allerdings hat die Stadt bereits ein Konzept, wie die Lage bis nach den Sommerferien so entschärft werden kann, dass für jedes Kind, das im Jahr 2020 drei Jahre alt wird, ein Platz angeboten werden kann. "Wir versuchen alles, was in unserer Macht steht, damit wir es hinbekommen", versprach Bürgermeister Uli Proske (parteilos) am Ende der Sitzung.

Insgesamt liegen momentan 163 Anmeldungen vor, 14 mehr als im Vorjahr. Ein Problem ist in diesem Jahr, dass der Kindergarten St. Benedikt aktuell 13 Plätze wegen Personalmangels nicht vergeben kann. Nun unterstützt die Stadt den Träger bei der Personalsuche und hofft, dass zumindest diese Lücke geschlossen werden kann. Weitere 15 Plätze sollen zusätzlich in Oberndorf geschaffen werden, hier gibt es bereits einen Containeranbau, in dem der Träger der Kita Oberndorf, der Einrichtungsverbund Steinhöring, eine zusätzliche Gruppe einrichten wird. Die Zahl der dann noch unversorgten Kinder läge dann also noch bei zwölf.

Erfahrungsgemäß werde das Platzangebot in Oberndorf nicht von allen Eltern angenommen, zum anderen sagten jedes Jahr einige Eltern dann doch ihren Platz wieder ab, sagte Michael Neumeier, der zuständige Kita-Fachmann in der Ebersberger Stadtverwaltung. Doch wenn nach wie vor der Bedarf nach Plätzen bestünde, könnte man auch nach der Startphase in Oberndorf weitere zehn Kinder aufnehmen. Damit wäre also jedes Kind, das derzeit angemeldet ist, im Herbst untergebracht. Kinder, die erst 2021 drei werden, können allerdings bei der Platzvergabe nicht berücksichtigt werden.

Wie sich die Lage bei den Kinderkrippen gestaltet, ist derzeit noch nicht ganz klar. Wie im Vorjahr gibt es 73 Anmeldungen, da aber noch unklar ist, wie viele Kinder von der Krippe in den Kindergarten wechseln können, ist auch noch unklar, wie viele Plätze frei werden. Man könne aber davon ausgehen, dass die Kinderkrippen voll ausgelastet sein werden, sagte Neumeier. Im Hort haben bei 90 Anmeldungen drei Kinder noch keinen Platz, die aber auch erst nach Ende der Frist angemeldet wurden. Doch auch sie versuche man noch unterzubringen, so Neumeier.

Im Ausschuss zeigten sich mehrere Mitglieder beunruhigt ob der derzeit noch großen Lücke bei den Kindergartenplätzen. Marina Matjanovski (CSU) schlug vor, dass die Stadt günstigen Wohnraum für die Beschäftigten vorhalten könnte, um so die Tätigkeit hier attraktiver zu machen. Doris Rauscher (SPD) erinnerte daran, dass in den Ebersberger Kitas ein besserer Anstellungsschlüssel gelte als anderswo, dies sei auch etwas, mit dem die Stadt werben könne. Im Notfall könne man aber auch die Kita-Gruppen für eine gewisse Zeit etwas überbelegen und so ein paar Plätze mehr schaffen, sagte Rauscher.

Der Ausschuss befasste sich in seiner Sitzung aber auch noch mit akuten Nöten zweier Einrichtungen durch die Coronakrise. In der Krümelkiste und der Spielgruppe des Waldkindergartens werden derzeit insgesamt 26 Ebersberger Kinder betreut, die eigentlich Anspruch auf einen Krippenplatz hätten - den die Stadt ihnen derzeit aber nicht anbieten könnte. Die beiden Spielgruppen finanzieren sich weitestgehend selbständig durch die Elternbeiträge. Weil es sich aber nicht um Einrichtungen handelt, welche im Rahmen des Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetzes gefördert werden, springt hier aber nicht, wie bei anderen Kitas, der Freistaat ein, um die ausgefallenen Beiträge von April, Mai und Juni zu übernehmen. Einstimmig beschloss der Ausschuss, dass die Stadt Ebersberg den beiden Einrichtungen helfen wird.

© SZ vom 02.06.2020 / moo

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