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Grundschule Aßling:Viel zu tun

Bis Ende 2021 soll das Gebäude energetisch saniert sein

Von Nathalie Stenger, Aßling

Neue Duschen, andere Lüftungen, eine Rampe - auf die Grund- und Mittelschule Aßling warten gleich mehrere Baustellen. Die in der jüngsten Gemeinderatsitzung vorgestellten Pläne enthalten Sanierungskonzepte für die Bekämpfung der Legionellen sowie Entwürfe für einen barrierefreien Schulalltag

Fünfzig Jahre steht das Gebäude nun schon in der Schulstraße - dementsprechend alt sind die Rohre und Leitungen. Um es in den Worten von Ingenieur Manfred Reichelt zu sagen: "Es funktioniert noch alles. Aber wie lange?" Tatsächlich ist es notwendig, die Sanierung zur Bekämpfung der immer wiederkehrenden Legionellenproblematik in der Schule bald durchzuführen. Das Gesundheitsamt mache hier schon Druck, sagte Reichelt, um eine Schulschließung zu verhindern, müsse die Trinkwasseranlage im kommenden Jahr saniert werden. Der Kern des Problems sei der nicht mehr aktuelle Stand der Technik, bei der Enthärtungsanlage etwa gebe es Druckprobleme, die Leitungen seien schlecht gedämmt und überdimensioniert. Auch wenn deshalb langfristig alle Leitungen ausgetauscht werden sollen, seien unter anderem die Erneuerung der Warmwasserbereitung, der Kaltwasserhauptverteilung und die Hauptverteilleitung im Kellergeschoss zunächst am wichtigsten. Außerdem sollen alle drei Duschbereiche erneuert werden. Auch bei der Lüftungsanlage gebe es Sanierungsbedarf, so der Ingenieur, die Heizungsanlage hingegen sei in Ordnung.

Mehr Diskussionen gab es bei der Präsentation der Entwürfe zur Neugestaltung des Pausenhofs. "Rampe oder Hublift?", war die entscheidende Frage. Die Vorplanung sieht nämlich vor, dass Menschen mit einer Gehbehinderung über einen Hublift zum Eingang der Schule gelangen können. Dies sei ihrer Meinung nicht barrierefrei, so Karen Schiöberg-Fey (SPD), da man sich dauernd einen Schlüssel organisieren müsse, könne man ohne zusätzlichen Aufwand nicht am öffentlichen Leben teilnehmen. Ihre Fraktionskollegin Marianne Künzel stimmte ihr zu, sie sei für eine Rampe, "sonst senden wir kein gutes Signal". Zweiter Bürgermeister Ernst Sporer-Fischbacher (UNL) sprach sie ebenfalls gegen den Hublift aus, er schlage vor, die ohnehin geplante Rampe für Kinderwagen zu verlängern. "Ein Lift hat Wartungs- und Stromkosten und er muss repariert werden. Eine Rampe geht nicht kaputt." Man habe vorweg lang diskutiert, so Bürgermeister Hans Fent (parteilos), tatsächlich sei der Hublift sozusagen ein Kompromiss. Grund für diese Entscheidung seien Ästhetik sowie Kosten gewesen, erklärte Landschaftsarchitekt Max Bauer. Eine solch lange Rampe - immerhin liege der Pausenhof erhöht - koste 70 000 bis 80 000 Euro, ein Hublift sei mit einem Preis in Höhe von 25 000 bis 30 000 Euro wesentlich günstiger. Man werde die Einwände in die Planungen mit aufnehmen, sagte Fent. Die Entwürfe müssen ohnehin noch vom Landratsamt abgesegnet werden.

Neben dem Hublift sollen auf dem Schulgelände auch Arbeiten für den Brandschutz vorgenommen werden, außerdem müssen Teile der Wände und Decken neu gedämmt werden. In das Schulhaus selbst wird ein Aufzug gebaut. Für die Barrierefreiheit sind Fördermittel in Höhe von 360 000 Euro bewilligt worden, für die energetische Sanierung der Grundschule 207 000 Euro. Bisher sind Maßnahmen für etwa 608 000 Euro abgeschlossen worden, die Kosten der restlichen Maßnahmen, die aufgrund der befristeten Fördergelder 2021 stattfinden müssen, belaufen sich brutto auf etwa 2 135 000 Euro. Im Januar soll ein Termin mit der Regierung von Oberbayern für zusätzliche Fördermittel stattfinden.

© SZ vom 04.01.2021
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