Große Nachfrage bei Betreuungsplätzen Jetzt aber schnell

Im Oberndorfer Schulhaus gibt es bereits einen Kindergarten des Einrichtungsverbundes Steinhöring, nun soll eine weitere Gruppe hinzukommen.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

In der Kreisstadt fehlen vom kommenden Schuljahr an mehr als 30 Kindergartenplätze. Abhilfe soll nun ein provisorischer Anbau in Oberndorf schaffen, dort könnte eine weitere Gruppe einziehen

Von Wieland Bögel, Ebersberg

Deutlich früher als geplant beginnen am Oberndorfer Schulhaus die Bauarbeiten. Bereits in den kommenden Monaten sollen dort zusätzliche Räume für den Kindergarten entstehen. Geplant ist, einen Pavillon zu errichten, in dem eine weitere Kindergartengruppe unterkommen kann. Hintergrund ist die im kommenden Jahr sehr große Nachfrage nach Betreuungsplätzen - deutlich mehr, als in den Kindergärten vorhanden sind.

Wie Peter Hölzer vom Amt für Familie und Kultur nun im Sozialausschuss berichtete, gebe es für das im Herbst beginnende Kindergartenjahr insgesamt 149 Anmeldungen, 13 mehr als ein Jahr zuvor. Freie Plätze in den Kindergärten gibt es voraussichtlich aber nur 116. Selbst wenn man von diesen 33 die Gastkinder abzieht - also jene, die ihren Wohnort nicht in der Kreisstadt und damit dort auch keinen Anspruch auf einen Platz haben, sowie die Kinder, die erst im kommenden Jahr ihren dritten Geburtstag feiern, also noch etwas länger in der Krippe bleiben könnten - sieht es so aus, als ob 17 Kinder keinen Platz bekommen.

Für diese soll nun eine eigene Kindergartengruppe in Oberndorf gebildet werden. Mit dem Träger des dortigen Kindergartens, dem Steinhöringer Einrichtungsverbund, habe man schon gesprochen, so Hölzer. Dieser hätte das nötige Personal, um zumindest 15 Kinder betreuen zu können, vielleicht auch mehr. Auch die Aufsichtsbehörde im Landratsamt sei mit der Einrichtung einer weiteren Gruppe in Oberndorf einverstanden. Nicht zuletzt passe die Erweiterung zum geplanten Konzept für den Standort Oberndorf. Dort ist mittelfristig ein größerer Umbau geplant. Erst vor einem Monat haben die Stadträte das Sanierungs- und Erweiterungsprogramm für das Schulhaus auf den Weg gebracht. Dieses sieht neben dem Bau einer neuen Turnhalle auch zusätzliche Räume für den Kindergarten vor. Dort werden derzeit 25 Kinder betreut, seitens der Stadt wünscht man sich eine deutliche Vergrößerung. Diese findet nun zunächst ein einem Provisorium statt. Dazu soll ein Behelfsbau, Pavillon genannt, aufgestellt werden, dort wären der Bewegungsraum und die Sanitäranlagen für die neue Gruppe untergebracht.

Dass es von Herbst an einen so großen Mangel an Kindergartenplätzen gibt, hat laut Hölzer mehrere Gründe. Zum einen der Zuzug: 2018 waren zehn, heuer bereits 20 Kindergartenkinder unter den Ebersberger Neubürgern. Zum anderen ist auch der neue Zuschuss des Freistaates - pro Kind 100 Euro für die Kitagebühren - wohl ein Grund für die vielen Kindergartenanmeldungen. Und das gleich doppelt, so Hölzer: Einerseits als direkter Anreiz, Kinder in die Kita zu schicken, andererseits als Motivation, die Krippenkinder schneller im Kindergarten anzumelden. Dort sind die Gebühren niedriger, was in Kombination mit dem Zuschuss "eine erhebliche finanzielle Entlastung" für die Eltern bedeutet.

Doris Rauscher (SPD) nannte noch einen weiteren Grund für die hohe Zahl der Kindergartenkinder: Die geänderten Regeln für die Einschulung. Demnach können Kinder einfacher zurückgestellt, also erst mit sieben Jahren Erstklässler werden. Für das kommende Schuljahr sind diese aber schon einbezogen, so Hölzer, da man die Planung für die Kindergärten nach der Schuleinschreibung mache.

Für das schnelle Vorgehen der Verwaltung gab es viel Lob aus dem Gremium - aber auch einige Anregungen. So schlug Rauscher vor, man solle "bald in die mittelfristige Planung einsteigen" und eine Prognose der Bedarfe in den Kitas erstellen. Es sei davon auszugehen, dass die Eltern von Krippenkindern auf eine Betreuung angewiesen sind und darum später auch Kindergarten- und Hortplätze benötigten - "der Bedarf wird nachwachsen". Der Meinung ist auch Alexander Gressierer (CSU): "Wir haben sicher weiter eine hohe Nachfrage." Er stellte darum die Frage, welche Planungen es derzeit bereits gibt.

Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) zählte einige davon auf, etwa das Erweiterungsprojekt in Oberndorf. Für das es aber derzeit noch keinen Zeitplan gibt, genau wie für das bereits im Bebauungsplan fixierte Kinderhaus neben dem BRK-Zentrum. Ebenfalls schon lange geplant ist die Erweiterung des Kindergartens St. Sebastian. Hier hat die Stadt zwar schon vor Jahren finanzielle Beteiligung zugesagt, aber das zuständige Ordinariat komme offenbar nicht voran. Trotzdem "glaube ich schon, dass es reicht und dass wir es gut machen", so Brilmayer, "aber einfacher wird es nicht werden".

Das gilt auch für den Krippenbereich. Dort sind laut Hölzer derzeit 20 Kinder auf der Warteliste. Zwölf könnten einen Platz in einer von Herbst an neu startenden Gruppe in der Kita am Volksfestplatz bekommen. Auch für die acht übrigen könnte ein Platz frei werden, da diese die Betreuung nicht zum Herbst 2019 sondern erst in den Monate danach und auch gestaffelt beginnen wollen. Unproblematisch scheint das kommende Betreuungsjahr wohl im Bereich Schülerbetreuung und Hort zu werden, laut Hölzer gibt es zwar noch vier Bewerber, die keinen Platz bekommen haben - was aber an deren zu später Anmeldung liege, möglicherweise könnte man sie aber trotzdem noch unterbringen.