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Großbaustelle in Ebersberg:Wasserstand: Richtung neun Millionen

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So soll das Ebersberger Hallenbad in zwei Jahren nach der Generalsanierung aussehen. Diese ist nun wieder ein Stück teurer geworden. Simulation: Stadt Ebersberg

Die Kosten für die Sanierung des Ebersberger Hallenbades steigen um 20 bis 30 Prozent. Gründe dafür sind zusätzliche Maßnahmen, aber auch allgemeine Preissteigerungen

Von Wieland Bögel, Ebersberg

Das größte Projekt der Kreisstadt wird immer größer. Wie nun im Technischen Ausschuss des Ebersberger Stadtrates zu erfahren war, werden die Kosten für die Sanierung des Hallenbades ein gutes Stück höher ausfallen, als bisher geplant. Ging man beim offiziellen Start im vergangenen Jahr noch von Gesamtkosten von 7,7 Millionen Euro aus, rechnen die Planer inzwischen mit gut einer Million Euro mehr - mindestens.

Die ersten Arbeiten in der 50 Jahre alten Schwimmhalle haben bereits in der Woche vor den Osterferien begonnen. Seit dem 25. März laufen die Vorbereitungen für die große Baustelle, die das Hallenbad in den kommenden gut zwei Jahren sein wird. Die ersten Aufträge hat der Ausschuss am Dienstagabend in nichtöffentlicher Sitzung vergeben. Im öffentlichen Teil zuvor stellte Architekt Wolfgang Gollwitzer die Kostenentwicklung der Maßnahme seit den Planungen im Vorjahr vor.

Damals hatte sich der Stadtrat bereits für eine freiwillige Kostensteigerung ausgesprochen. Beschlossen wurde neben der reinen Sanierung auch eine Erweiterung der Schwimmhalle. Dazu soll das bisherige Planschbecken zwar ein Nichtschwimmerbereich bleiben, aber zu einem deutlich größeren Kursbecken mit 80 Zentimeter Wassertiefe ausgebaut werden. Wofür allerdings in der aktuellen Halle kein Platz ist, weshalb die südliche Außenwand versetzt werden muss. Dies, so die damaligen Berechnungen, haben die Gesamtkosten von 6,9 auf 7,7 Millionen Euro erhöht.

Nun, so rechnete Gollwitzer im Ausschuss vor, sei von Gesamtkosten in Höhe von 8,66 Millionen Euro auszugehen. Ein Teil davon gehe auf zusätzliche Maßnahmen zurück, welche der Stadtrat in den vergangenen Sitzungen beschlossen hatte. Etwa, dass es statt wie bisher ein gefliestes, künftig ein Becken aus Edelstahl geben soll. Dazu hatte man sich entschlossen, weil letzteres laut Planer wegen einfacherer Wartung langfristig günstiger sei. Beim Einbau sei allerdings mit Mehrkosten von gut einer Viertelmillion Euro zu rechnen, hieß es im Februar, nun steht fest, es sind insgesamt und brutto sogar 386 000 Euro. Weitere große Kostentreiber sind die Elektrik mit gut 130 000 Euro Mehrkosten und eine geplante Photovoltaikanlage mit etwa 97 000 Euro sowie weitere Preissteigerungen im Bereich der Haustechnik und ganz allgemein bei den Baukosten.

Besonders letzteres wurde von einigen im Gremium als etwas bedenklich befunden. Dass es durch den Einbau des Edelstahlbeckens zu Mehrkosten kommen werde, habe man ja bereits gewusst, sagte Gerd Otter (Pro Ebersberg), aber dafür habe man sich entschieden "um eine nachhaltige Lösung zu finden". Allerdings "verfolge ich mit Sorge die Preisentwicklung - das wird noch eine spannende Baustelle", so Otter weiter. Er sehe die Gesamtkosten mittlerweile "eher bei neun Millionen", schließlich sei das Ende der Kostensteigerungen wohl noch lange nicht erreicht. Darum appellierte Otter auch an die Planer, den Stadtratsmitgliedern "frühzeitig mitzuteilen, wenn es mehr wird".

Auch Josef Riedl (CSU) zeigte sich etwas beunruhigt angesichts der Mehrkosten und stellte die Frage, warum die Steigerung so hoch ausfalle. Dies liege zum einen an dem Projekt an sich, erklärte Gollwitzer, so seien die Honorare bei Schwimmbädern höher als bei manch anderen Vorhaben. Des weiteren seien bestimmte Leistungen auch bei Umbauten beziehungsweise Sanierungen teurer als im Neubaubereich. Darum komme man im Vergleich zu 2020 auf eine durchschnittliche Kostenmehrung von etwa 20 bis 30 Prozent.

Eine gute Nachricht hatte der Planer indes auch mitgebracht: So habe der bisherige Verlauf der Ausschreibungen weitgehend Ergebnisse gebracht, die im Rahmen des berechneten Budget gelegen hätten. Allerdings könne das nicht für alle Gewerke garantiert werden, so der Planer weiter. Denn als nächste Ausschreibungen seien die Arbeiten am Dach und an der Dämmung an der Reihe - und hier müsse mit erheblichen Mehrkosten gerechnet werden. Der Grund dafür sei Corona, beziehungsweise der damit einhergehende geringere Flugverkehr. Dieser führe dazu, dass die Raffinerien weniger Kerosin produzierten und ein Abfallprodukt davon seien die gängigen Dämmstoffe für Gebäude, die es deshalb auch weniger gebe und die damit teurer würden.

Der Ausschuss votierte ohne Gegenstimmen für die Kostenberechnung und empfahl auch dem Stadtrat die Zustimmung.

© SZ vom 15.04.2021
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