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Grafing:Ein Zeichen für den Frieden

Die Schüler und Schülerinnen des Grafinger Gymnasiums stellen ihr Weihnachtskonzert unter einen guten Stern. Neben der Musik gehören kleine Geschichten und Kunststücke zum Programm

Die Botschaft war klar: Frieden auf der Welt. Diesen Wunsch mit allen Religionen auf der Erde zu teilen, war erklärtermaßen Anliegen der Schüler und Schülerinnen im Weihnachtskonzert des Gymnasiums in der Grafinger Stadthalle. Nachdem die Klassen 5c und 7a sowie Jasmin Ringer als Solistin den "Stern über Bethlehem" vorgetragen hatten, von Christian Glander und Lina Bazarganipour am Klavier sowie von Maria Helminger an der Querflöte begleitet, sang der Chor der Klasse 5e gemeinsam mit Schülern der Q11 das israelische Friedenslied "Shalom" (Text: Amelie Spitznagel). Bei der zweiten Strophe wurden selbst gebastelte weiße Friedenstauben hochgehalten, das Publikum gebeten, aufzustehen, sich an den Händen zu nehmen und mitzusingen. Klarer formuliert kann eine Weihnachtsbotschaft nicht sein.

Die Schulmusikerin Hedwig Gruber leitete diesen Schülerchor, der von Geigen, Celli, Flöten, Klarinetten, Hörnern, Xylophon, Klavier und Trommeln begleitet wurde. Welch hehrer Wunsch und doch so wichtig in den Zeiten einer sich dramatisch verändernden Weltlage. Wie steht es da um das Fest der Liebe? Die Grafinger Gymnasiasten haben ihre musikalischen Festtagswünsche zumindest unter diesen Stern gestellt. Sie boten Darbietungen aller Stilrichtungen: Da trommelten Percussionisten Samba Reggae und Rock, der Unterstufenchor intonierte Filmmusik und ein Weihnachtslied, in dem die in diesem Jahr wohl unerfüllbare Sehnsucht nach weißen Weihnachten zum Ausdruck kam. Auch hier begleiteten Instrumentalisten: Benedict Ohmann mit Klanghölzern, Felix Dänekamp auf dem Saxofon und Jasmin Gärtner am Klavier. Auch solistische Auftritte waren zu hören. Sophie Skudlik spielte auf ihrer Konzertharfe "Watching The Wheat" von John Thomas, gefolgt vom einem coolen Marimbafonsolo: Johannes Schackow interpretierte eine Etüde von Wolfgang Pachla.

Das Schulorchester am Gymnasium Grafing unter Leitung von Eva Wagner hat für das Konzert barocke Schlager einstudiert, unter anderem Werke von Händel.

(Foto: Christian Endt)

Dramaturgisch zusammengebaut wurde der Abend von einem jungen Moderator, Jakob Skudlik aus der neunten Klasse, der gekonnt und witzig von einer Nummer zur anderen überleitete. Auch seine Texte waren homemade: Sie entstammten der Feder des Wahlkurses "Rezitation". Auch kleine Geschichten gab es zu hören. Maja Singer (8c), Fiona Banzer (8d) und Lola Spiegel (8e) erzählten vom goldenen Schlüssel, einem Märchen der Brüder Grimm, vom doppelten Weihnachtsmann, dem Held eines Textes von Paul Maar, von einem armen Vater, der für seine Familie einen Weihnachtsbaum ausgräbt, da er keinen kaufen kann, um ihn anschließend wieder einzupflanzen ("Die Leihgabe" von Wolfdietrich Schnurre). Schließlich rezitierten die drei noch "Felix holt Senf" von Erich Kästner.

Auch das Schulorchester, verstärkt vom Orchester der Grafinger Musikschule, war zugegen. Unter Leitung von Eva Wagner spielte man barocke Schlager: Händels "Farinelli" und "The Arrival of the Queen of Sheba". Was manchmal, auch bei den beiden Orchesterstücken, etwas irritierte, war, dass die Instrumente verstärkt wurden. Nötig war das nicht. Analoge Instrumente dürfen gerne auch analog erklingen.

Den musikalischen Höhepunkt bildete Bassist Sebastian Lugmayr, der mit sonorer Stimme und Bravour die berühmte Arie "Ombra mai fu" aus der Händeloper "Xerxes" vortrug. Der tosende Applaus bestätigte sein großes Können. Lugmayr wurde von einem Streichquartett, in diesem Fall von zwei Geigen und zwei Celli, begleitet, Musiker der Familie Heuer, die das Konzert nicht nur an dieser Stelle bereicherten. Sophie Heuer spielte, begleitet von ihren Geschwistern, auch den ersten Satz aus Bachs Violinkonzert in a-moll.

Einer der Höhepunkte des Konzerts: Sophie Skudlik an der Harfe mit "Watching the Wheat".

(Foto: Christian Endt)

Eine aufgepeppte und poppige Version von "Es ist ein Ros entsprungen" sang der große Chor unter Leitung von Simone Suski, erneut begleitet von Streichern der Familie Heuer. Im Anschluss wechselten die Instrumente; die Geige wurde durch eine Gitarre (Gregor Vollherbst) ersetzt, das Cello durch ein Schlagzeug (Benedict Ohmann) und der Chor sang den Song "Wake Me Up" von Avici. Noah Guthart hatte den Klavierpart.

Schließlich kam noch die Big Band der Schule auf die Bühne. Den Bogen von der Musik zur Artistik schlugen Sebastian Marx und Felix Fisel mit ihrer Jonglage im letzten Stück.