Gotteshaus in Poing:"Das klingt nicht so schön"

Zunächst muss aber nun über das Patrozinium entschieden werden. Bereits früher hatte das Ordinariat der Pfarrgemeinde signalisiert, dass sie sich mit ihrem Wunschpatron Pater Rupert Mayer möglicherweise nicht durchsetzen wird. Statt dessen sei angedeutet worden, so Pfarrer Michael Holzner, dass auch die neue Kirche Sankt Michael geweiht werden könnte. Dass beide Gotteshäuser den selben Namen tragen, das halte aber die Pfarrgemeinde wiederum nicht für besonders sinnvoll. "Dann gäbe es wahrscheinlich ein Alt- und Neu-Sankt-Michael. Das klingt nicht so schön", findet der Pfarrer. Aber diese Entscheidung werde eben nicht in Poing gefällt.

Grundsätzlich werben aber sowohl der Pfarrer als auch die Pfarrgemeinderäte inzwischen für das Projekt. Pfarrer Michael Holzner sieht das Vorhaben vor allem als "Investition in die Zukunft". Denn Poing soll schließlich weiter kräftig wachsen. Während jetzt dort knapp 6000 Katholiken leben, sollen es bis 2018 oder 2020 an die 8000 sein. "Dann wäre unsere jetzige Kirche einfach zu klein", sagt der Pfarrer. Seinen Informationen zufolge soll die neue Kirche Platz für 350 Gläubige bieten, während bisher nur 220 Menschen gleichzeitig den Gottesdienst besuchen können.

Doch es gibt nicht nur positive Stimmen. "Die Gemeinde Poing hat zwar mehr Einwohner, aber trotzdem weniger Leute, die in die Kirche gehen. Wenn an 48 Sonntagen im Jahr die Kirche halb- oder zu einem Dreiviertel leer ist, sehe ich nicht ein, dass man einen Neubau hinstellt", sagt etwa Anton Blieninger, der lange Kirchenpfleger war. Unklar ist noch, wie teuer der Bau wird.

Nach Angaben des Sprechers des Erzbischöflichen Ordinariats hängt das auch von den Wettbewerbsergebnissen ab. Pfarrer Michael Holzner rechnet in etwa mit einer Bausumme von zehn Millionen Euro für das gesamte Vorhaben, das auch ein Pfarrhaus und Pfarrbüro umfasst. Die Anteile der Pfarrgemeinde würden sich unterschiedlich bemessen.

Für die Kirche und den Turm würde den Poingern wohl ein Eigenanteil von zehn Prozent abverlangt, für das Pfarrbüro 20 Prozent und für das Pfarrhaus 40 Prozent. "Wir rechnen damit, dass wir uns mit ein bis zwei Millionen Euro beteiligen müssen", erläutert der Pfarrer. Zuversichtlich sei er, dass man diese Summe zusammenbekommen könnte, unter anderem durch den Verkauf eines Grundstücks.

© SZ vom 24.07.2010/sonn
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