Festakt im Alten Speicher Mut zur Veränderung

50 Jahre Pfarrgemeinderäte im Dekanat Ebersberg

"Mein Wunsch an die Bischöfe ist, dass sie auch jetzt den Mut haben Veränderungen anzugehen", sagte Ebersbergs Bürgermeister Walter Brilmayer beim Festakt im Alten Speicher. Er erinnere sich noch gut an die Zeit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil und lobte den Mut der damals verantwortlichen Bischöfe, etwas Neues zu probieren. Brilmayer war der erste Gastredner, den der Dekanatsratsvorsitzende Jonathan Fuchs mit seiner Stellvertreterin Anita Thiel anlässlich des Jubiläumsfestes "50 Jahre Räte im Dekanat Ebersberg" begrüßen konnte. Die Veranstaltung stand unter dem Motto "Jung und alt - Vergangenheit und Zukunft der Räte". Nur wer mitarbeite, könne auch Dinge anstoßen und verändern, sagte Fuchs.

Den Auftakt des Jubiläums bildete ein Festgottesdienst mit Weihbischof Bernhard Haßlberger in der Stadtpfarrkirche. Angeführt durch den Spielmannszug der Ebersberger Kolpingfamilie zogen dann die knapp zweihundert Ehrengäste zum Alten Speicher.

Dort betonte der Pastoraltheologe und Rektor der Paderborner Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen, Hans Hobelsberger, dass "die Sendung der Kirche wieder in den Mittelpunkt rücken muss", und erinnerte an das Recht und die Pflicht eines jeden Getauften, daran mitzuwirken. Diese müssten diese Sendung auch immer wieder anpassen und verändern und erneuern. "Die Kirche selbst ist das allumfassendste Sakrament zur Verteilung der Liebe Gottes an die Menschen", so Hobelsberger. Die Kirche müsse deswegen dort präsent sein, wo die existenziellen Fragen gestellt werden.

Den ständigen Veränderungsbedarf bestätigte auch der langjährige Vorsitzende des Diözesanrats und emeritiere Professor für christliche Sozialethik der LMU München, Alois Baumgartner: "Die Pfarrgemeinden sind kein Selbstzweck, sie müssen wieder mehr lernen wahrzunehmen, was in ihrem Umfeld geschieht." Mit Baumgartner und der stellvertretenden Diözesanratsvorsitzenden Katharina Maier konnten die anwesenden ehemaligen und aktuellen Pfarrgemeinderäte anschließend in einer Gesprächsrunde aktuelle Themen diskutieren.