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Ermittlungen in Markt Schwaben:Polizei sichtet nach Schüssen Videomaterial

Die Beamten der Poinger Polizei suchen weiter mit Hochdruck nach dem Mann, der am Freitagabend in Markt Schwaben mehrere Schüsse aus einer Waffe abgefeuert hat. Wie Dienststellenleiter Helmut Hintereder auf SZ-Nachfrage sagt, sei man derzeit dabei, Videomaterial vom Tatort auszuwerten. Die durchgeführten Personenbefragungen hätten indes bislang noch keinen Erfolg gebracht. Bereits kurz nach dem Zwischenfall gegen Mitternacht in der Enzensbergerstraße, als ein Unbekannter mit einer Schreckschusswaffe auf einen Passanten gefeuert hatte, haben die Beamten bei mehreren Personen die Personalien festgestellt. "Bisher haben wir aber noch keinem die Tat zurechnen können", sagt Hintereder.

Erschwerend kommt dem Polizeichef zufolge hinzu, dass es keine eindeutige Täterbeschreibung gebe. Alle Informationen stützen sich auf die Aussagen eines 32-jährigen Passanten, der mit dem Unbekannten zuvor in Streit geraten und schließlich auch zur Zielscheibe der Schüsse geworden war. Dieser beschreibt den Täter laut Polizei als etwa 18 Jahre alt und schlank. Er hatte sehr kurz rasierte Haare, zudem sprechen die Beamten von "arabischem Aussehen".

Ausgelöst hat den Zwischenfall am Freitagabend ein eigentlich recht banaler Grund: Der Polizei zufolge hatte der 32-Jährige den unbekannten Mann an der Bahnhofsunterführung neben einer größeren Müllablagerung stehen sehen. Als er ihn darauf angesprochen habe, sei er von dem Fremden bepöbelt und verfolgt worden. Schließlich seien noch weitere Männer dazugestoßen, bis schließlich zwei Schüsse gefallen seien. Der 32-Jährige konnte sich in einen Hausgang retten.

Neue Erkenntnisse gibt es inzwischen, was die benutzte Waffe angeht. Laut Polizeichef Helmut Hintereder handelte es sich dabei sehr wahrscheinlich um eine Schreckschusswaffe. Sprengstoffhunde hätten am Tatort jedenfalls keine Spuren von scharfer Munition gefunden. Dazu passt auch die Erkenntnis, dass die Glasscheibe an einem Wohnhaus nicht wie in einer ersten Meldung vermutet durch Schüsse, sondern aus anderen Gründen zu Bruch ging. Nichtsdestotrotz laufen die Ermittlungen weiter, Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Poing unter der Telefonnummer (08121) 9917-0 entgegen.

© SZ vom 03.03.2020 / aju

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