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Erleichterung und Freude:Ein großer Tag

Nach zweieinhalb Jahren ist der Umbau der Grund- und Mittelschule Kirchseeon abgeschlossen. Bei der Einweihungsfeier lassen die Beteiligten die Arbeiten noch einmal Revue passieren

Wenn große Ereignisse anstehen, spricht man ja gerne davon, dass diese ihren Schatten voraus werfen. Im Fall der Einweihungsfeier der neu umgebauten Grund- und Mittelschule in Kirchseeon war es eher ein Geruch, der einen Vorgeschmack auf die Veranstaltung gab. Denn schon beim Betreten des Gebäudes stieg den etwa 100 geladenen Gästen eine markante Duftmischung aus neu verputzten Wänden und frisch gekochtem Essen in die Nase. Die Schulfamilie hat sich alle Mühe gegeben, den Erweiterungsbau in großem Stil zu feiern.

Bürgermeister Udo Ockel (CSU) und Rektor Franz Kraxenberger hatten zur Einweihungsfeier in die ebenfalls neugestaltete Mensa geladen. Der Weg dorthin führt entlang an frisch gestrichenen Wänden, durch Treppenhäuser mit modernen Eisengittern und vorbei an Klassenzimmern, deren Inventar nun auf dem neuesten Stand der Technik ist. Es kommt daher nicht von ungefähr, dass es den Schulleiter "mit großer Freude erfüllt, diesen Tag heute begehen zu dürfen". Und auch Bürgermeister Ockel sprach von "einem großen Tag für die Marktgemeinde Kirchseeon".

Um ihre neue Schule zu feiern, haben die Kinder um Musikschullehrerin Annett Stärk (links) zwei Lieder mit Tanzeinlage einstudiert.

(Foto: Christian Endt)

Bis zur Einweihungsfeier am Dienstagnachmittag, zu der von der Kämmerei bis zu den Reinigungskräften alle eingeladen waren, die mit dem Bau und der Schule selbst zu tun haben, war es aber ein langer Weg. Ockel ließ in seiner Ansprache die Arbeiten an dem, wie er sagt, "Mammutprojekt" noch einmal Revue passieren: zweieinhalb Jahre Bauzeit und Kosten in Höhe von acht Millionen Euro. "Das ist schon eine Hausnummer für Kirchseeon", so Ockel, der sich beim Gemeinderat für den großen Vertrauensvorschuss bei der Planung und Umsetzung bedankte.

"Als schönen und wichtigen Tag für Kirchseeon", bezeichnete auch Landrat Robert Niedergesäß (CSU) die Schuleinweihung. Bildung sei nicht nur in der Gemeinde, sondern im ganzen Landkreis ein wichtiger Standortfaktor. Eine der wichtigsten Aufgaben für Lokalpolitiker sei deshalb, Bildung vor Ort weiterzuentwickeln. "Wir müssen die Grundlage für die Zukunft unserer Kinder schaffen", so Niedergesäß.

Dass es ein täglicher Spagat war, die Schule umzubauen und gleichzeitig den Unterricht am Laufen zu halten, wollte Rektor Franz Kraxenberger gar nicht verhehlen. Er habe aber von Anfang an ein Gefühl von "Wir schaffen das" gespürt. Auch die Auslagerung fast aller Mittelschulklassen nach Eglharting sei eine große Hilfe gewesen. Der Schulleiter blickte noch einmal zurück in den Sommer 2016, als ein Starkregen das Gebäude unter Wasser gesetzt hatte - ein Glücksfall, wie sich im Nachhinein herausgestellt hat. Denn dann sei allen klar geworden, dass hier was gemacht werden müsse. Jetzt, da die Bauarbeiten abgeschlossen sind, sei er wirklich sehr glücklich. "In jedem Detail hier steckt so viel Herzblut drin", sagte Kraxenberger, der froh ist, den Schülern durch den Umbau nun noch bessere Möglichkeiten zum Lernen bieten zu können.

Erste Bewährungsprobe für die neue Mensa: Bürgermeister Udo Ockel (v.l.) und Schulleiter Franz Kraxenberger begrüßen zur Einweihungsfeier.

(Foto: Christian Endt)

Dass die Schule aber nicht nur zweckmäßig, sondern auch nachhaltig umgestaltet wurde, zeigt sich am Obergeschoss. Dieses wurde komplett aus Holz gebaut und ist deshalb von der Waldbesitzervereinigung Ebersberg mit dem Holzbaupreis ausgezeichnet worden. Für den göttlichen Beistand waren am Dienstagnachmittag Pfarrerin Claudia Steuerer-Wünsche und Pater Georg zuständig, die darum baten, dass die Schule weiterhin für alle Kinder ein Segen sei.

Und die Schüler selbst haben sich natürlich auch an der Einweihungsfeier beteiligt. Der Schülerchor um Musikschullehrerin Annett Stärk gab zwei Lieder zum Besten und die Theater-AG hatte einen Sketch über den Verlauf der Bauarbeiten einstudiert. Darin spielten die Schüler - von Stromausfällen über Baustellenlärm bis hin zu defekten Heizungen - noch einmal alle Widrigkeiten durch, mit denen sie in den vergangen Jahren zu kämpfen hatten. Mit ihrem abschließenden Fazit dürften sie deshalb nicht nur sich selbst, sondern auch allen Lehrern aus der Seele gesprochen haben: "Mei sind wir froh, dass der Umbau vorbei ist."

© SZ vom 28.11.2018
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