bedeckt München

Entscheidung im Finanzausschuss:Poing erhöht Kita-Beiträge

Ab September 2021 werden Krippe, Kindergarten und Hort teurer

Von Johanna Feckl, Poing

Am Ende wird es wohl auf Null hinauslaufen: Zwar haben sich die Mitglieder des Poinger Haupt- und Finanzausschusses in dessen jüngster Sitzung geschlossen dafür ausgesprochen, die Beiträge für die kommunale Kinderbetreuung zu erhöhen. Jedoch werden diese Mehrkosten, die den Eltern entstehen, durch staatliche Zuschüsse und Regelungsänderungen fast vollständig ausgeglichen. Die Poinger Beiträge liegen nach der Erhöhung im Vergleich zu anderen Gemeinden aus dem Landkreis Ebersberg im mittleren Bereich.

Anfang des Jahres erhob die Rathausverwaltung die aktuellen Elternbeiträge, die in vergleichbaren kreisangehörigen Gemeinden festgesetzt sind. Dabei kam heraus, wie die Leiterin des kommunalen Jugendreferats Jacqueline Schmidt in der Sitzung darlegte, dass die Poinger Beiträge unter dem Durchschnitt des nördlichen Landkreises liegen. Deshalb und auch, weil Eltern in der jüngsten Vergangenheit einige Entlastungen von staatlicher Seite bei den Betreuungskosten für ihr Kind beziehungsweise ihre Kinder zugestanden wurden, hält die Verwaltung die Beitragserhöhung für gerechtfertigt.

Als Beispiel für eine Entlastung nannte Schmidt unter anderem das sogenannte bayerische Krippengeld, mit dem Eltern seit Januar 2020 von dem ersten Geburtstag ihres Kindes an mit monatlich bis zu 100 Euro pro Kind bei den Beiträgen zur Betreuung bezuschusst werden können. Außerdem verwies sie auf das sogenannte "Gute Kita-Gesetz", durch das rückwirkend seit April 2019 Eltern einen Zuschuss in Höhe von 100 Euro für die gesamte Kindergartenzeit erhalten.

Bei einem Treffen im Oktober dieses Jahres sprachen sich die Vertreterinnen und Vertreter aller Träger für eine Erhöhung der Beiträge aus, um damit Personalkosten sowie gestiegene Betriebskosten zu decken. Das Ergebnis sieht nun wie folgt aus: Hort- und Krippenbeiträge sollen um 20 Prozent erhöht werden, Kindergartenbeiträge um 30 Prozent. Konkret bedeutet das zum Beispiel, dass der Monatsbeitrag bei der beliebten Buchungszeit von vier bis fünf Stunden bei der Krippe statt bisher 230 dann 276 Euro beträgt, beim Kindergarten statt 93 Euro dann 121 Euro und beim Hort statt 112 Euro dann 134 Euro. "Das mehr Geld ist ausschließlich Geld, das den Trägern zugute kommt", betonte Bürgermeister Thomas Stark (parteilos).

Außerdem schlug die Verwaltung in Abstimmung mit den Trägern vor, die Beiträge von September 2022 an nicht mehr alle fünf Jahre zu erhöhen, sondern jährlich und zwar analog zu den Steigerungen im Bereich des Tarifvertrags zum Sozial- und Erziehungsdienst. Seit 2006 wurden in Poing die Elternbeiträge für die Kinderbetreuung zweimal erhöht - zum September 2010 sowie zum September 2015. Ein Grundsatzbeschluss des Gemeinderats aus dem Jahr 2006 sieht eine einheitliche Erhebung der Elternbeiträge im Gemeindegebiet vor. Bislang haben sich auch die katholischen Einrichtungen, der Waldkindergarten und die Betriebskindertagesstätte weitestgehend daran orientiert, wie es in den Sitzungsunterlagen heißt.

Einstimmig beschlossen die Ausschussmitglieder, dem Gemeinderat zu empfehlen, den Beitragserhöhungen von September 2021 an sowie der jährlichen prozentualen Anpassung entsprechend der Tarifsteigerungen von September 2022 an zuzustimmen.

© SZ vom 16.11.2020
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema