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Ebersberger Sparkassengebäude:Die Zukunft nach Corona

Noch wird das frühere Sparkassengebäude dringend für die Bewältigung der Corona-Krise benötigt.

(Foto: Christian Endt)

Bis Ende 2021 soll es eine Grundsatzentscheidung zum Umgang mit dem früheren Sparkassengebäude in Ebersberg geben

Von Barbara Mooser, Ebersberg

Kaum ein Gebäude in der Kreisstadt ist derzeit wohl so stark frequentiert wie der frühere Hauptsitz der Kreissparkasse in der Nähe des Bahnhofs, der seit 2017 dem Landkreis gehört: Diagnostikzentrum, Impfzentrum, Contract Tracer, dazu einige ausgelagerte Abteilungen des Landratsamts sind hier untergebracht. Doch die Corona-Krise wird es hoffentlich nicht dauerhaft erfordern, dass das Gebäude für diesen Zweck belegt ist - und dann stellt sich wieder eine Frage, die in den vergangenen Monaten deutlich in den Hintergrund getreten ist: Was soll mit dem Bau in Zukunft passieren? "Unser Ziel ist es, bis zum Jahresende 2021 einen Grundsatzbeschluss fassen, wie wir damit umgehen", sagte Landrat Robert Niedergesäß (CSU) kürzlich bei einem Pressegespräch.

Hintergrund ist die Tatsache, dass die Immobilie mit 12,1 Millionen an sich zwar nicht überteuert war, dass aber die Sanierung für eine Nutzung als Landratsamts-Außenstelle wesentlich teurer wäre als zum Zeitpunkt des Kaufs kalkuliert. Der Landrat hatte sich wegen des Prozederes beim Kauf nicht nur massive Kritik anderer Parteien anhören müssen, sondern sich auch eine Missbilligung der Regierungspräsidentin von Oberbayern eingehandelt. Tatsächlich ist die Sitzung, in der die Grünen den Landrat wegen der Causa Kreissparkasse relativ unverblümt zum Rücktritt aufgefordert hatten, gerade mal gut ein Jahr her - danach wurde bekanntlich ein anderes Thema wichtiger.

Bis auf Weiteres wird der Sparkassenbau zwar noch gebraucht, Beratungen über seine Zukunft sollen aber schon in diesem Jahr wieder auf die Tagesordnung - und auch darüber, wie die zukünftige Arbeit im Landratsamt überhaupt aussehen wird. Denn eigentlich braucht die Behörde dringend mehr Platz, seit Jahren wird über mögliche Lösungen - wie eben den Umzug ins alte Sparkassengebäude - diskutiert. Doch auch hier, wie überall, hat Corona einiges verändert. 400 statt vorher 40 Home-Office-Möglichkeiten gibt es jetzt, viele Beschäftigte haben sich ans flexiblere Arbeiten gewöhnt. "Die Bürowelt wird sich nicht dahin zurückentwickeln, wie sie vorher war", so der Landrat. Die Tendenz gehe zu Großraumbüros, es sei auch die Frage, ob noch jeder ein persönliches Büro mit dem eigenen Schreibtisch und der eigenen Büropflanze benötige. Die Digitalisierung mache zunehmend sogar Büroschränke überflüssig. Andererseits wachse der Landkreis und die Zahl der staatlich delegierten Aufgaben nehme zu. Man müsse jedoch neu prüfen, wie der Bedarf in Zukunft aussehen werde, und welche Lösungen es hierfür gebe. Auch Fachleute und Mitarbeiter sollen in die Gespräche dazu einbezogen werden.

© SZ vom 25.02.2021
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