Ebersberg Wellen in der Fahrbahn

Vor elf Monaten wurde die Ebersberger Südumgehung eröffnet - nun muss sie schon wieder repariert werden.

Von Martin Mühlfenzl

Sie hat Ebersberg gespalten - wie sie nun als graues Band die beiden Nachbarstädte Grafing und Ebersberg sichtbar trennt. Jahrzehntelang beschwor die Ebersberger Südumfahrung - lange bevor der erste Bagger auf der Baustelle anrollte - Kontroversen und erbitterte Diskussionen herauf, die bis in Familien hinein reichten. Nach Eröffnung der sechs Kilometer langen Trasse im Dezember 2010 hofften die meisten Verfechter wohl, die Diskussionen um das umstrittene und 25 Millionen Euro teure Projekt würden verstummen. Doch nun sorgte der Zustand des Abschnitts der Bundesstraße 304 für neue Aufregung und Ärger - allen voran unter Autofahrern.

Zwei Tage lang, von Freitag bis Samstag, wurde ein mehrere hundert Meter langer Teil der Umfahrung auf Höhe der Ortschaft Wiesham komplett erneuert. Am Freitag entfernten Arbeiter der für den Bau der Südumgehung zuständigen Firma Franz Xaver Lutzenberger aus Pfaffenhausen den Belag aus modernem Blähbeton unter der S-Bahn-Trasse und ersetzten diesen im Laufe des vergangenen Samstags. Hiefür wurde die Bundesstraße für den Verkehr komplett gesperrt - der Verkehr rollte wie vor der Eröffnung durch die Kreisstadt. Seit Samstagabend ist die Trasse der neuen B 304 wieder für den Verkehr freigegeben.

Claus-Peter Olk, Leiter des Straßenbauamtes Rosenheim und qua Amt oberster Aufseher über die Südumfahrung, macht aus seinem Unmut über die nun anfallenden Ausbesserungsarbeiten keinen Hehl: "Die Südumgehung war von Anfang an eine Baustelle mit vielen Problemen. Deshalb konnten wir sie auch bis jetzt noch nicht Gänze freigeben." Bis zum Ende der Bauarbeiten im Jahr 2010 gab es immer wieder Rückschläge. Den offiziellen Einweihungstermin Ende Oktober 2010 konnte die Bauunternehmung nicht einhalten - die Vollendung der Südumfahrung verzögerte sich um zwei Monate. Bereits nach der Freigabe der Trasse wurden im Bereich der Ortschaft Wiesham Mängel beim Fahrbahnbelag deutlich, die auch das Straßenbauamt registrierte. "Bei der ersten Fahrt nach der Eröffnung war klar, dass die Fahrbahn Wellen wirft und Mängel vorliegen", erläutert Straßenbauamtsleiter Olk. "Dies wurde dem Unternehmen sofort mitgeteilt - mit der Auflage, die Schäden zu beseitigen."

Allerdings beanstandete das Straßenbauamt nicht nur die Schäden beim Fahrbahnbelag, sondern stellte dem Unternehmen weitere Auflagen. Unter anderem werden dieser Tage die Unterführungen in Langwied und Gsprait mit zusätzlichen Mulden und Rinnen versehen, die verhindern sollen, dass sich bei heftigen Regenfällen das Wasser in den Senken sammelt. Darüber hinaus müssen an der gesamten Trassen Böschungen gesichert werden, die abzurutschen drohten. "Erst wenn diese Aufgaben erledigt sind, werden wir uns die Straße noch einmal ansehen und dann hoffentlich endgültig abnehmen können", betont Olk. Das Bauunternehmen Lutzenberger äußerte sich zu den laufenden Ausbesserungen nicht. Für die Kosten kommt die Baufirma im Rahmen der üblichen Gewährleistung auf. Es bleibt als bei jenen 25 Millionen Euro, die das umstrittene Projekt den Bund einst gekostet hat.