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Ebersberg:Neue Umweltmanager für die Kirche

Sie sind hoch motiviert und engagiert: 18 Umweltbeauftragte aus der gesamten Erzdiözese München und Freising waren ins Münchener Hansahaus gekommen, um sich in einem neuen Kurs zu Umweltmanagern ausbilden zu lassen. Angeboten werden die zertifizierten Kurse vom Katholischen Kreisbildungswerk Ebersberg in Kooperation mit dem Umweltprojekt des Erzbistums. Unter dem Motto "Wir übernehmen Schöpfungsverantwortung - Umweltmanagement" werden die Umweltbeauftragten der Pfarreien und kirchlichen Einrichtungen während der nächsten beiden Jahre zu Umweltauditoren ausgebildet. In sieben Kurseinheiten und ergänzenden Workshops lernen die Teilnehmer die Systematik des "Eco Management and Audit Scheme" (EMAS) kennen und anwenden. Parallel zur Ausbildung soll das Umweltmanagementsystem schrittweise in den jeweiligen Pfarrgemeinden und Einrichtungen etabliert werden.

Auf der Basis einer umfassenden Bestandsaufnahme entwickeln Umweltteams vor Ort mögliche Potenziale. Ziel ist es, die Umweltauswirkungen nachhaltig zu verbessern. "Der Vorteil von EMAS gegenüber anderen Audits ist der umfassende Ansatz", erklärte der Ebersberger Hubert Schulze, der als Umweltmanagementtrainer den Kurs begleitet. "Alle Umweltaspekte kommen auf den Prüfstand." Neben den Ressourcenverbräuchen und den Umgang mit Abfällen würden unter anderem auch die Bereiche Konsum, Mobilität und Sicherheit betrachtet, so der Umweltbeauftragte der Pfarrei Ebersberg. "Gleichzeitig wird aber auch die Gemeinde und die breite Öffentlichkeit durch Informationen und Veranstaltungen mitgenommen."

Der sorgsame Umgang mit der Umwelt und allen Mitgeschöpfen ist auch ein Kernthema der aktuelle päpstlichen Enzyklika "Laudato Si". Kursleiterin Claudia Pfrang stellte bei der Auftaktveranstaltung das Lehrschreiben von Papst Franziskus vor, das immer wieder den Zusammenhang zwischen den ökologischen und sozialen Problemen unserer Zeit im Blick hat. Denn soziale und intergenerative Gerechtigkeit sind untrennbar mit unseren Ressourcenverbräuchen verbunden. Papst Franziskus sagt dazu: "Entscheidend ist es, ganzheitliche Lösungen zu suchen, welche die Wechselwirkungen der Natursysteme untereinander und mit den Sozialsystemen berücksichtigen." Das kirchliche Umweltmanagement ist ein Weg, dieser Schöpfungsverantwortung als Pfarrgemeinde gerecht zu werden und sie in die Tat umzusetzen. Dass dies gelingen kann, zeigte schon der EMAS-Auftakt. Viele der Teilnehmer sind beruflich vorbelastet und hoch motiviert, sich in ihrer Gemeinde oder Einrichtung mit Ihrem Wissen einzubringen.

© SZ vom 07.10.2015 / SZ
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