Lebensmittel im Landkreis:Mehr Knete für Bäcker

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Arbeiten, wenn alle anderen noch schlafen, das ist das schwere Los des Bäckers. (Foto: Matthias Ferdinand Döring)

Gewerkschaft warnt vor einem steigenden Personalmangel in der Branche. Auch die rund 780 Beschäftigten im Landkreis sollen deshalb künftig besser bezahlt werden.

Sie stehen früh auf, damit Brot und Brezen morgens frisch in der Verkaufstheke liegen: Jetzt sollen die rund 780 Bäckerei-Beschäftigten im Landkreis Ebersberg mehr Geld bekommen. Das fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). "Wer im Bäckerhandwerk arbeitet, macht einen wichtigen, aber auch anstrengenden Job. Der muss attraktiver werden, wenn die Branche künftig noch die Fachleute finden und halten will, die sie dringend braucht", sagt Tim Lünnemann, Geschäftsführer der NGG-Region München. Nachwuchssorgen plagten die Bäckermeister schon seit Jahren, doch ohne ausreichendes Personal in den Handwerksbetrieben bleibe den Menschen bald nur noch der Griff zur aufgebackenen Massenware aus dem Supermarkt.

Konkret fordert die Gewerkschaft, dass die Löhne im bayerischen Bäckerhandwerk um 7,5 Prozent steigen - mindestens jedoch um 200 Euro pro Monat. "Gerade im Verkauf ist die Bezahlung deutlich zu niedrig. Die hohe Inflation trifft die Beschäftigten mit voller Wucht", betont Lünnemann. Die Löhne von Fachverkäufern und Bäckern müssten deshalb angeglichen werden, verlangt die NGG. Beide hätten eine dreijährige Ausbildung hinter sich und eine ähnlich hohe Arbeitsbelastung. Mit Blick auf steigende Energie- und Rohstoffpreise zeigt die Gewerkschaft Verständnis für die schwierige Lage mancher Betriebe. Das Personal fair zu bezahlen, sei für die Zukunft der Branche jedoch unerlässlich. Die Tarifverhandlungen zwischen der NGG und dem Landes-Innungsverband für das bayerische Bäckerhandwerk starten am 17. Oktober in München.

Laut Lünnemann ist der Fachkräftemangel mittlerweile in nahezu allen 31 Bäckereien, die es im Kreis Ebersberg gibt, zu einem handfesten Problem geworden. "Für manchen Ausbildungsplatz gibt es keine einzige Bewerbung, und die Folgen sind dramatisch", macht Lünnemann deutlich. Und auch bewährte Kräfte verließen die Branche. So wechsele das Verkaufspersonal immer häufiger in den Lebensmitteleinzelhandel. Denn an der Kasse im Discounter werde teils mehr gezahlt als an der Bäckertheke.

Mit dem Lohn-Plus, das die Gewerkschaft fordert, würde eine Bäckereifachverkäuferin künftig 14,82 Euro pro Stunde verdienen. Aktuell sind es 13,67 Euro. Gelernte Bäcker oder Konditorinnen kämen auf einen Stundenlohn von 16,60 Euro.

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