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Ebersberg:Erleichterung für Krebspatienten

Die Verantwortlichen für das neue Strahlenzentrum rücken mit dem Spaten an, bald aber kommt schweres Gerät, denn das Gebäude soll 2016 fertig sein.

(Foto: Hinz-Rosin)

An der Ebersberger Kreisklinik wird ein strahlentherapeutisches Zentrum gebaut

Ebersberg - Wenn sich acht Männer mit Schaufeln auf einer Baustelle treffen, denkt man zuerst, sie möchten vielleicht ihren kindlichen Spieltrieb ausleben, wenn sie allerdings alle ein gewisses Alter haben und noch dazu Anzüge tragen, ist diese Schlussfolgerung wahrscheinlich nicht die richtige. Die acht Herren setzen viel mehr zum Spatenstich für das neue Strahlentherapeutische Zentrum der Kreisklinik Ebersberg an, das in Zusammenarbeit mit dem Klinikum Rosenheim gegenüber der Kreisklinik gebaut werden soll. Verständlich, dass zu einem solchen Termin die Verwaltungsspitze aller beteiligten Akteure zusammen kommt: Landrat Robert Niedergesäß, Ebersbergs Bürgermeister Walter Brilmayer, der zweite Bürgermeister von Rosenheim, Anton Heindl, sowie der Geschäftsführer des Medizinischen Versorgungszentrums am Klinikum Rosenheim, Christian Mauritz und der Architekt des neuen Zentrums, Andreas Boesel.

Das neue Strahlenzentrum soll die ortsnahe Versorgung von Krebspatienten vereinfachen und ihnen künftig lange Wege zur kräftezehrenden Therapie ersparen. Die Kreisklinik arbeitet dafür mit der RoMed Klinik in Rosenheim zusammen, die beiden Häuser verbindet bereits seit Jahren eine Kooperation vor allem durch das Brustzentrum Südostbayern. Mit erklärenden Worten zu dem Großprojekt begleitet Architekt Boesel den Spatenstich. Er erklärt er die Bebauung des Grundstücks, die Lage, die Ausrichtung und wie das neue Zentrum einmal aussehen soll.

Um die Dimension des Gebäudes zu verringern, soll der so genannte Strahlenbunker, in dem der Linearbeschleuniger untergebracht wird, mit dem die Tumore bekämpft werden, kurzerhand im Gelände versenkt werden. Das spart nicht nur Platz sondern nimmt dem Gebäude auch die Wucht. In der Mitte des Geländes an der Ecke Pfarrer-Guggetzer-Straße und Bürgermeister-Meyer-Straße soll der Neubau und die Eingangshalle errichtet werden. Davor hat Boesel einen kleinen Park geplant. Der Architekt sieht vor, das Gebäude sowie die Parkplätze und das Flachdach des erdgeschossigen Hauses zu begrünen und so eine ruhige Atmosphäre für die künftigen Patienten zu schaffen. Neben Therapie und Technikräumen wird der Eingangs- und Wartebereich im Mittelpunkt des Zentrums stehen.

Momentan verzögern sich aber die Bauarbeiten, bei den Bodenarbeiten sind auf dem Gelände in der Pfarrer-Guggetzer-Straße Reste der Kellergeschosse einer früheren Bebauung gefunden. Momentan müsse noch geprüft werden, ob diese von archäologischem Wert sind, heißt es von den Verantwortlichen. "Kommt kein "Jahrhundertwinter" dazwischen, wird das Gebäude im September 2016 fertig sein," hofft Boesel, von da an müssen Patienten, aus dem Landkreis nicht mehr zu weit entfernten Therapiezentren fahren, sondern können in Ebersberg behandelt werden.

Die Kreisklinik und das Medizinische Versorgungszentrum am Klinikum Rosenheim rechnen mit 3,5 Millionen Euro, die der Neubau kosten wird. Der in der Kalkulation enthaltene Linearbeschleuniger soll Tumore effektiver bekämpfen. Dabei werden kleine Teilchen, wie Elektronen, fast auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und durch einen Verteiler auf den Tumor gelenkt.

"Seit 2011 laufen die Gespräche über das Projekt," sagt Elisabeth Siebeneicher, Sprecherin der RoMed-Kliniken in Rosenheim und dort auch verantwortlich für Marketing. Das Gelände neben der Kreisklinik biete sich für das neue Strahlenzentrum perfekt an und sei vor allem mit einer Größe von 1400 Quadratmetern ideal für das geplante 835 Quadratmeter große Gebäude und die angrenzenden Grünflächen. Das die Kliniken in Ebersberg und Rosenheim nun zusammen arbeiten können, freut sie besonders, weil so eine noch bessere Versorgung der Patienten gewährleistet werden kann.

© SZ vom 06.10.2015
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