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Debatte im Gemeinderat:Aßling läuft sich warm

Der alte Sportplatz in Aßling hat ausgedient und soll bald durch ein neues Gelände ersetzt werden.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Gemeinde veröffentlicht ersten Plan für Sportgelände

Von Nathalie Stenger, Aßling

Es ist ein Thema, das die Gemeinde schon eine ganze Weile beschäftigt: Der zukünftige Sportplatz. 2014 hat sich der damalige Aßlinger Gemeinderat dazu entschieden, "die Suche und baurechtliche Sicherungen einer neuen gemeindlichen Sportanlage" als wichtige Aufgabe anzusehen. Nun zeigt ein erster Plan, wie das Gelände aussehen könnte.

Drei Fußballfelder, ein Allwetterplatz, ein Volleyballfeld und ein Kinderspielplatz sind unter anderem auf dem Vorentwurf zu sehen. Auf den 50 000 Quadratmetern sollen außerdem ein Multifunktionsgebäude mit Jugendräumen, Mehrzweckräumen zum Beispiel für Yoga oder Zumbakurse und - sofern finanzierbar - eine Gaststätte entstehen, so hieß es in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Man hatte sich bereits Anfang November in einer nichtöffentlichen Sitzung verschiedene Pläne für eine Freiflächengestaltung angesehen und den nun gezeigten Entwurf präferiert.

Ein Teil der Flächen südlich des Gewerbegebiets gehören der Gemeinde seit Herbst 2018, skizzierte Bürgermeister Hans Fent (parteilos) die Entwicklung des Projekts, zu diesem Zeitpunkt habe auch eine erste Zusammenkunft mit Vereinsvertretern stattgefunden. Im Frühjahr und Sommer 2019 sei dann der Erwerb weiterer Flächen erfolgt, und vor etwa einem Jahr habe der Rat gemeinsam mit den beauftragen Architekten und Mitgliedern des TSV Aßling das Sport-Gelände des TfB Forstinning besucht.

"In der nächsten Zeit", sagte Fent, "wird vorrangig die Bauleitung fortgeführt." In einem weiteren Schritt würden Förderungen sowie Finanzierungsmöglichkeiten erarbeitet. "Mit dieser Flächen- und Planungsgrundlage haben wir einen wichtigen Meilenstein für ein zukunftsfähigen Sport- und Freizeitgelände für alle Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde Aßling erreicht", so der Bürgermeister.

Wenngleich der Neubau am Gewerbegebiet nicht deswegen geschieht, macht ihn der desolate Zustand des Sportplatzes der Grund- und Mittelschule Aßling noch aktueller. Letzter sei fast schon gefährlich, informierte Landschaftsarchitekt Max Bauer den Gemeinderat. "Der Asphalt ist schadhaft und auch der Kiesunterbau scheint schlecht", sagte er. Bauer, der mit seiner Firma aus Wörth bei Erding auch für das geplante Sport- und Freizeitgelände zwischen der Rosenheimer Straße und dem Wertstoffhof zuständig ist, begutachtete den Allwetterplatz der Schule im Auftrag der Gemeinde. Die Untersuchung zeigte, so berichtete er, dass die Schulsportanlage wegen des teilweise oder abstehenden Belags eigentlich gesperrt werden müsste. Der grobe Kostenpunkt für eine Sanierung: Insgesamt 450 000 bis 480 000 Euro. Alternativ könne man die Beläge notdürftig ausbessern, so der Architekt, mit diesem Aufwand in Höhe von etwa 35000 Euro könne man die Anlage noch wenige Jahre benutzen - allerdings ohne die Laufbahn. "Eine Ausbesserung der Laufbahn ist aufgrund des schlechten Zustands nicht wirtschaftlich", so lautete die Erklärung. Eine kurzfristige Ausbesserung des Allwetterplatzes für etwa 10 000 Euro sei bereits 2016 erfolgt.

Hier stellte sich für den Rat die Frage, ob man das Geld für eine notdürftige Sanierung des Platzes an der Schule in die Hand nehmen sollte oder nicht - was wiederum bedeuten würde, dass bis zur Fertigstellung des neuen Freizeitgeländes in etwa fünf Jahren gar kein solcher Platz für Aßlinger Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung steht. "Das geht gar nicht, dass es so lange gar keinen Sportplatz gibt", sagte Gemeinderat Markus Spötzl (UNL). Hans Fent schlug daraufhin vor, durchaus Geld in die Hand zu nehmen, immerhin werde der Hartplatz intensiv genutzt. Veronika Riesch (UNL) hingegen sprach sich gegen die Übergangslösung, aber für ein Komplettsanierung aus: "Ich finde es nicht richtig, den Platz nur zu flicken", sagte sie. Bei einer solchen Maßnahme müsse man im Frühjahr gleich anfangen, so Max Bauer, bei einer gänzlichen Sanierung sei der Allwetterplatz das ganze nächste Jahr nicht nutzbar.

Während die nächsten Schritte für das neue Sport- und Freizeitgelände schon feststehen - es wird weiter geplant - wird sich in einer der nächsten Sitzungen zeigen, wie es mit der Sportfläche an der Schule weitergeht. Zunächst solle die Verwaltung bestehende Pachtverträge überprüfen und verlängern, beschloss der Rat, außerdem müsse man Fördermöglichkeiten abklären.

© SZ vom 18.12.2020
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