Bürger sind alarmiert:Erneut Erdbeben in Poing

Lesezeit: 1 min

Laut Zeugen soll es in etwa so stark gewesen sein wie die Beben, die Ende 2016 bereits die Gemeinde erschütterten. Als Ursache wird die Geothermie vermutet

Erneut hat ein Erdbeben Poing erschüttert. In mehreren Teilen der Gemeinde war am Samstag gegen 19.20 Uhr ein dumpfes Grollen zu hören und ein Vibrieren zu spüren, Zeugen berichten auch davon, dass Gebäude gewackelt hätten. Sogar in den Nachbargemeinden Markt Schwaben und Pliening soll das Beben spürbar gewesen zu sein. Ersten Messungen zufolge soll das Erdbeben eine Magnitude von 2,1 auf der Richterskala gehabt haben. Von Schäden war zunächst nichts bekannt.

Es ist nicht das erste Mal, dass in Poing die Erde bebt. Im Herbst und Winter 2016 waren bereits mehrere Beben gemessen worden, zwei davon waren deutlich spürbar. Ähnlich wie beim aktuellen Beben berichteten Zeugen von vibrierenden Wänden und starkem Rütteln. Auch damals wurde eine Magnitude von 2,1 gemessen. Ungeklärt ist bis heute, was die Beben ausgelöst hat - auch wenn es einen starken Verdacht gibt: In Poing wird Geothermie genutzt, die Epizentren der Beben liegen dort, wo das abgekühlte Wasser wieder in die Erde zurückgeführt wird. Die Bayernwerk AG als Betreiberin der Geothermie hatte allerdings stets bezweifelt, dass es an der Nutzung der Erdwärme liegen könnte.

Allerdings schaltete sich auch das Bergamt Südbayern, das für die Genehmigung der Geothermieanlagen zuständig ist, nach ein. Es hat das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik in Hannover beauftragt zu prüfen, ob es einen Zusammenhang zwischen den Mikrobeben und der Erdwärmegewinnung gibt. Ergebnisse sollten eigentlich in Kürze präsentiert werden.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema